Wachstumsschub beim Baby, typische Anzeichen
Ein Wachstumsschub bedeutet bei Babys genau das, was der Name sagt: In diesen Phasen wächst Ihr Baby schneller und braucht mehr Nahrung und Kalorien. Gewicht und Körperlänge nehmen dann oft deutlicher zu als sonst. Häufig passiert gleichzeitig auch in der Reifung des Nervensystems einiges. Das zeigt sich zum Beispiel in der Bewegungsentwicklung, nicht selten beginnen Babys in solchen Zeiten sich zu drehen oder das Robben und Krabbeln entwickelt sich weiter.
Wenn Sie merken, dass Ihr Baby scheinbar ständig trinken möchte und dafür auch nachts häufiger aufwacht, kann es gut sein, dass gerade ein Wachstumsschub dahintersteckt. Natürlich kann Unruhe auch andere Gründe haben. Deshalb schauen wir uns an, woran Sie einen Entwicklungsschub erkennen können, und wann eher ein anderes Thema im Hintergrund stehen könnte.
Wann beschleunigt sich das Wachstum?
Bis etwa zum sechsten Monat werden häufig mehrere Wachstumsschübe beobachtet:
-
mit etwa 10 Tagen
-
mit etwa 3 Wochen
-
mit etwa 6 Wochen
-
mit etwa 3 Monaten
-
mit etwa 6 Monaten
Das ist jedoch nicht bei jedem Baby gleich. Es kann Abweichungen geben, manchmal um ein bis zwei Wochen. So kann ein „6-Wochen-Schub“ bei manchen Babys zum Beispiel bereits in der 5. Woche beginnen.
Auch die Dauer ist unterschiedlich. Bei den ersten drei Phasen pendeln sich Essen und Schlaf oft nach wenigen Tagen wieder ein. Um den 3. und 6. Monat kann diese Zeit auch 1 bis 2 Wochen dauern. Und bei manchen Familien ist es schon beim 3- oder 6-Wochen-Schub eine ganze Woche sehr anstrengend, vor allem für die Mutter. Wenn Sie aber wissen, dass es ein natürlicher Prozess ist, lässt es sich oft ruhiger durchstehen.
Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass viele dieser Zeitpunkte „durch 3 teilbar“ sind. Und vielleicht fragen Sie sich, ob es auch mit 9 oder 12 Monaten wieder Schübe gibt. Ja, das kann vorkommen, fällt dann aber oft weniger auf, weil zu diesem Zeitpunkt meist bereits Beikost eine Rolle spielt. Gleichzeitig kann später auch das Zahnen herausfordernd sein, was ebenfalls unruhige Nächte mitbringen kann.
Typische Anzeichen eines Wachstumsschubs
Manchmal bemerken Familien einen Wachstumsschub kaum, das ist jedoch eher selten.
1. Am häufigsten steigt der Appetit deutlich an. Viele Babys möchten dann fast rund um die Uhr trinken. Für schnelles Wachstum braucht der Körper mehr Energie und Nährstoffe. Wenn das Gewicht steigt, steigt auch der Kalorienbedarf. Deshalb muss sich die Milchmenge anpassen. Der Körper ist darauf gut eingestellt: Trinkt das Baby häufiger, wird in der Brust mehr Milch gebildet. Dieses häufige Stillen unterstützt also genau diesen Aufbauprozess. Meist stabilisiert sich das innerhalb weniger Tage, Ihr Baby wirkt wieder zufriedener, schläft mehr und meldet sich später wieder mit Hunger. Der Rhythmus findet zurück.
In dieser Phase entsteht leicht das Gefühl, nicht genug Milch zu haben. Wenn Ihr Baby jedoch ausreichend nasse Windeln hat und auch Stuhlgang, gibt es meist keinen Grund zur Sorge, und es ist nicht nötig, plötzlich mit Säuglingsnahrung zu ergänzen. Bekommt ein Baby in dieser Phase zusätzlich Flaschennahrung, kann sich der Prozess, der die Milchmenge steigert, eher ausbremsen, und später kann es dann tatsächlich schwieriger werden, genug Muttermilch zu haben. Natürlich ist das etwas anderes, wenn wirklich ein Rückgang der Milchmenge dahintersteht, das ist jedoch in vielen Fällen nicht der Grund.
Auch Babys, die Säuglingsnahrung bekommen, melden in solchen Zeiten oft früher wieder Hunger. Sie wirken nach der üblichen Menge nicht ruhig und zufrieden. Erhöhen Sie die Menge dann nicht abrupt, das kann Probleme machen. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrer Kinderarztpraxis, damit Sie eine gute Orientierung zur passenden Anpassung bekommen.
2. Auch nachts schlafen viele Babys unruhiger und wachen häufiger auf, weil sie dann ebenfalls hungrig sind.
3. Tagsüber können sie zudem quengeliger sein. Bei gestillten Babys fällt oft auf, dass scheinbar fast nichts hilft, außer die Brust. Gerade denken Sie, Ihr Baby sei beruhigt, und kurze Zeit später möchte es wieder trinken.

Wann kann doch ein anderes Problem dahinterstecken?
Wenn Ihr Baby bereits während des Trinkens unruhig ist oder sich stark anspannt, kann zusätzlich etwas anderes belasten, zum Beispiel stärkere Bauchschmerzen. Auch wenn die ausgeprägte nächtliche Unruhe länger als 1 bis 2 Wochen anhält, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wenn Ihr Baby tagsüber sehr viel weint, schwer zu beruhigen ist oder nicht gut zunimmt, sollten Sie Unterstützung holen.
Sprechen Sie in solchen Fällen unbedingt mit Ihrer Kinderarztpraxis.
Wenn Sie merken, dass Ihr Baby trotz häufigem Anlegen nicht genug trinkt, also zu wenig nasse Windeln hat und auch der Stuhlgang deutlich weniger wird, kann es tatsächlich zu wenig Flüssigkeit und Nahrung bekommen. Dann brauchen Sie Hilfe, denn in diesem Fall ist eine Ergänzung notwendig. Babys trocknen schnell aus, deshalb warten Sie bei sehr wenig Urin nicht zu lange.
Wie kommen Sie durch diese schlafarmen Tage und Nächte?
Oft hört man den Satz „Leben Sie im Moment“, und grundsätzlich stimmt das. Trotzdem kann es in dieser Phase helfen, an die nahe Zukunft zu denken: Sie werden da durchkommen, und es wird wieder Zeiten geben, in denen Sie mehr schlafen und aufatmen können. Es kommt wieder ein Alltag, der sich stabiler anfühlt und in dem Sie wieder mehr Kraft spüren.
Schlafmangel beeinflusst auch das Denken. Es ist wirklich nicht leicht. Erwarten Sie deshalb nicht von sich, perfekt zu funktionieren.
In diesen Tagen schaffen Sie vermutlich weniger im Haushalt. Wenn es ein älteres Geschwisterkind gibt, kann es sich zwischendurch ebenfalls zu kurz gekommen fühlen. Vielleicht können Sie während des Stillens eine Geschichte erzählen oder mit ihm sprechen, auch wenn das natürlich nicht den ganzen Tag ersetzt.
Wenn möglich, holen Sie sich Hilfe. Sagen Sie Ihrer Familie offen, dass Sie gerade in einer Phase sind, die viel Energie und Zeit braucht. Es ist kein Problem, in dieser Zeit Essen zu bestellen. Und auch wenn es einmal nur eine schnelle Pizza zum Abendessen gibt, das wird die Familie überstehen. Diese Phasen sind meist nicht endlos, mit pragmatischen Lösungen lassen sie sich besser tragen.
Wenn Sie nicht genug Unterstützung organisieren können, nehmen Sie trotzdem an, dass der Haushalt in dieser Zeit nicht perfekt laufen wird. Das ist keine Schwäche, sondern gehört manchmal einfach dazu. Sie leisten gerade das Wichtigste: Sie versorgen Ihr Baby. Sie ermöglichen ihm, sich gut zu entwickeln, und Sie geben ihm gleichzeitig emotionale Sicherheit.

Beim Beruhigen kann Tragen sehr helfen. Wenn Ihr Baby im Tragetuch einschläft, können auch Sie kurz abschalten und Kraft für die Nacht sammeln.
Vielleicht beobachten Sie auch, welche Musik Ihrem Baby guttut. Viele erleben klassische Musik als angenehm. Ein Experiment zeigte zum Beispiel, dass Kühe mit klassischer Musik mehr Milch geben. Das könnte auch beim Menschen wirken. Einen Versuch ist es wert, denn schöne Musik kann auch Sie stärken, und das kann sich positiv auf die Milchbildung auswirken.
Denken Sie rechtzeitig an die nächste Größe
Ein Wachstumsschub bedeutet oft auch, dass plötzlich schnell die nächste Kleidergröße nötig wird. Deshalb kann es hilfreich sein, im ersten halben Jahr schon ein paar Body und Schlafoverall & Strampler in zwei bis drei Größen größer bereitliegen zu haben.

Wenn ein Body oder Schlafoverall schon schwer zu schließen ist, ist das für Ihr Baby unangenehm. In unbequemer Kleidung würden selbst Erwachsene schlecht schlafen. Achten Sie deshalb auf Kleidung, die nirgends einschneidet, weich ist und atmungsaktiv bleibt.
Bei LiaaBébé finden Sie natürliche Babykleidung aus Bambus. Stöbern Sie gern durch die Kollektion.
Verfasst von Katalin Gyenes
Quellen:
kinderaerzte-im-netz.de - Häufigkeit und Dauer der Stillmahlzeiten
bmleh.de - Stillen – Die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten