Wie lässt sich ein Baby richtig aufstoßen lassen?
Fast jeder kennt das unangenehme Gefühl, wenn beim Essen Luft in den Magen gelangt und ein Druck entsteht. Dieses ganz natürliche Phänomen betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch Babys. Beim Aufstoßenlassen geht es darum, die geschluckten Luftbläschen wieder entweichen zu lassen. Mit der richtigen Körperhaltung können Sie Ihr Baby dabei sanft unterstützen.
Wann ist Aufstoßenlassen sinnvoll?
Ganz gleich, ob Ihr Baby gestillt wird oder aus der Flasche oder einem Becher trinkt, nach jeder Mahlzeit ist es empfehlenswert, es aufstoßen zu lassen. So kann die geschluckte Luft entweichen, bevor sie durch den Darm wandert und unangenehme Beschwerden verursacht. Neigt Ihr Baby dazu, viel Luft zu schlucken, kann es auch während des Trinkens sinnvoll sein, zwischendurch kurze Pausen zum Aufstoßen einzulegen.
Achten Sie auf Anzeichen wie Unruhe, starkes Winden, Körperspannung oder ungewohntes Weinen. In solchen Momenten kann Luft im Bauch drücken. Nehmen Sie Ihr Baby hoch und versuchen Sie, es sanft aufstoßen zu lassen. Babys mit Bauchschmerzen reagieren besonders empfindlich auf eingeschlossene Luft, deshalb brauchen sie oft mehr Geduld und Ruhe.
Die richtige Technik ist ganz einfach
Bei Neugeborenen kann es sicherer sein, das Baby nicht direkt über die Schulter zu legen, sondern es aufrecht an Ihre Brust zu nehmen, sodass Sie sein Gesicht von vorne oder von der Seite sehen können. In dieser Position ist der Kopf gut gestützt, Sie stehen in engem Kontakt mit Ihrem Baby und erkennen sofort, falls es sich verschluckt. Entscheidend ist die aufrechte Haltung und der sichere Halt.
Ab etwa drei Monaten wird häufig die klassische Methode angewendet. Nach dem Stillen oder bei Babys, die viel Luft schlucken, auch zwischendurch, heben Sie Ihr Kind langsam hoch und legen es mit dem Bauch an Ihre Brust, sodass der Oberkörper auf Ihrer Schulter ruht. Mit einer Hand stützen Sie den Po. Diese Haltung ist für das Baby sicher und angenehm. Legen Sie am besten ein Spucktuch über Ihre Schulter, da beim Aufstoßen auch etwas Milch mitkommen kann. In dieser Position sehen Sie das Gesicht Ihres Babys allerdings nicht, daher ist Aufmerksamkeit besonders wichtig.
Viele Mütter führen das Aufstoßenlassen ganz selbstverständlich nach jeder Mahlzeit durch, da es oft der Schlüssel zu ruhigem Schlaf und Entspannung ist. Wann das Bäuerchen kommt, ist sehr unterschiedlich. Manchmal geschieht es sofort, manchmal erst nach zehn bis fünfzehn Minuten, und manchmal scheint es einfach auf sich warten zu lassen.
Das Bäuerchen lässt auf sich warten?
Sanftes, kreisendes Streicheln des Rückens kann helfen, die Luft nach oben zu bewegen. Dabei können Sie den Bauch Ihres Babys etwas fester, aber immer behutsam, an Ihre Schulter drücken. Diese Bewegung unterstützt das Entweichen der Luft. Viele Babys empfinden das Streicheln als angenehm und entspannend. Mit der Zeit lernen sie sogar, dass das Aufstoßen Erleichterung bringt.
Leichtes Wiegen, fast wie ein sanftes Tanzen, kann ebenfalls helfen. Diese ruhigen Bewegungen entspannen nicht nur die Muskulatur von Magen und Speiseröhre, sondern den ganzen Körper. Zwischendurch können Sie Ihr Baby auch kurz waagerecht halten, um tiefer sitzende Luft zu lösen, und es anschließend wieder aufrecht nehmen.
Bedenken Sie auch, dass nicht nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen kommen muss. Hat Ihr Baby keine Luft geschluckt, kann es ruhig und entspannt einschlafen. Schläft es während des Stillens ein und wirkt zufrieden, müssen Sie es nicht extra wecken. Das Aufstoßenlassen kann auch nach dem Aufwachen erfolgen.
Aufstoßenlassen bei Bauchschmerzen
Manche Babys trinken sehr hastig und schlucken dabei viel Luft. Diese eingeschlossene Luft kann starken Druck und Bauchschmerzen verursachen. Babys, die dazu neigen, sollten auch während des Stillens zwischendurch aufstoßen gelassen werden.
Isst ein Baby zu schnell, liegt nicht optimal an der Brust oder ist bei der Flasche die Öffnung des Saugers zu groß, gelangt besonders viel Luft in den Magen. Milch und Luft lagern sich schichtweise ab, wodurch die Luft nur schwer von selbst entweichen kann. Das führt zu Unruhe, Weinen oder sogar Schluckauf. Helfen Sie Ihrem Baby beim Aufstoßen, lässt der Druck meist schnell nach.

Je häufiger Luft geschluckt wird, desto mehr solcher Schichten entstehen, und desto schwieriger wird es, die tiefer liegende Luft zu lösen. Deshalb ist es sinnvoll, während des Stillens, etwa beim Wechsel der Brust, kurze Aufstoßpausen einzulegen. Auch eine Stillposition, bei der Kopf und Oberkörper des Babys leicht erhöht sind, kann helfen, damit die Luft leichter nach oben entweicht.
Weint Ihr Baby stark, warten Sie einen Moment, bis es sich beruhigt hat. Beim Weinen wird noch mehr Luft geschluckt, was die Situation verschärfen kann.
Spucken beim Aufstoßen
Manchmal entweicht die Luft zusammen mit einer größeren Menge Milch. Das kann passieren, wenn das Baby zu viel getrunken hat, aber auch beim Hochheben, Wickeln oder Drehen auf den Bauch. Dieses sogenannte habituelle Spucken ist auch bei sehr voller Brust der Mutter möglich.
Spucken ist in der Regel keine Krankheit, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus. Beobachten Sie jedoch die Menge. Kleine Mengen sind unproblematisch. Beginnt Ihr Baby jedoch deutlich zu erbrechen oder riecht die Flüssigkeit unangenehm und wirkt körnig, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Auch häufiges starkes Spucken mit schlechter Gewichtszunahme sollte ärztlich abgeklärt werden.
Wenn Schluckauf Ihr Baby stört
Viele Babys haben häufig Schluckauf. Für das Kind selbst ist das meist harmlos, oft sind es eher die Eltern, die sich Sorgen machen. Schluckauf kann mit hastigem Trinken und Luftschlucken zusammenhängen. Wird das Baby nach dem Essen aufstoßen gelassen, kann der Schluckauf nachlassen oder gar nicht erst auftreten.
Zum Thema Schluckauf haben wir bereits einen eigenen Artikel verfasst. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie weiter.
Sobald Ihr Kind in die Krabbel- und aktive Bewegungsphase eintritt, ist regelmäßiges Aufstoßenlassen in der Regel nicht mehr notwendig.
Verfasst von Mónika Veres
Quelle:
kindergesundheit-info.de (BZgA) - Verdauung des Babys