Was sollten Sie als Schwangere über Toxoplasmose wissen?
Die Toxoplasmose rückt meist im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft in den Fokus. Sie gehört zu den Infektionen, die während der Schwangerschaft erworben beim ungeborenen Kind schwere Entwicklungsstörungen verursachen können. Doch ist die Infektion für jeden Menschen gleichermaßen gefährlich?
Gelangen die Parasiten in den Körper eines gesunden Erwachsenen, wird die Erkrankung in der Regel gut überwunden, da das Immunsystem intakt ist. Es können milde Symptome auftreten, deren Ursache oft gar nicht erkannt wird. Dazu zählen Müdigkeit, leicht erhöhte Temperatur, grippeähnliche Beschwerden oder geschwollene Lymphknoten.
Bei einem geschwächten oder noch unreifen Immunsystem, wie es bei Föten und Neugeborenen der Fall ist, kann die Infektion jedoch schwere Schäden verursachen: Augenentzündungen, Erblindung, Lungeninfektionen, Verkalkungen im Gehirn, Hydrozephalus, nach der Geburt auftretende Augen- oder neurologische Symptome oder sogar eine Fehlgeburt. In diesen Fällen vermehrt sich der Parasit schneller und breitet sich rascher aus. Besonders riskant ist daher die Situation, wenn sich eine Schwangere erstmals infiziert und noch keine Antikörper besitzt. Dann kann das ungeborene Kind den Erreger nicht selbstständig abwehren.
Die Infektion ist sehr verbreitet und betrifft möglicherweise bis zur Hälfte der Bevölkerung. Ein Großteil der Infektionen während der Schwangerschaft verläuft ohne erkennbare Symptome. Das Risiko einer Übertragung auf das ungeborene Kind steigt mit jedem Trimester: Im ersten Trimester beträgt es etwa 15 %, im zweiten etwa 25 % und im dritten etwa 65 %. Gleichzeitig gilt: Je früher die Infektion in der Schwangerschaft auftritt, desto schwerwiegender können die gesundheitlichen Folgen sein. Die ersten 12 Wochen gelten daher als besonders sensibel.
Welcher Erreger steckt dahinter?
Verursacht wird die Erkrankung durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii. Er ist so klein, dass er nur unter starker Vergrößerung im Mikroskop sichtbar ist. Er kommt nahezu weltweit vor. Es handelt sich um eine sogenannte Zoonose, also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann.
Der Parasit kann nahezu alle Säugetiere und Vögel infizieren. Er nutzt im Verlauf seines Lebenszyklus zwei Wirte. Die Katze ist der Hauptwirt, in ihr vermehrt sich der Parasit und bildet infektiöse Stadien, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Gelangen diese in die Umwelt, können andere Tiere infiziert werden. Der Mensch fungiert als Zwischenwirt, in dessen Körper sich der Parasit ebenfalls vermehren kann.
Der Entwicklungszyklus ist komplex. Es gibt eine schnell vermehrende Form in der frühen Infektionsphase und eine Zystenform, die eine chronische Infektion verursacht. Auch wenn Katzen eine zentrale Rolle spielen, lässt sich das Infektionsrisiko mit angemessener Vorsicht deutlich reduzieren. Viele Katzen haben die Infektion bereits früher durchgemacht und scheiden später keine infektiösen Stadien mehr aus.
Wie kann man sich mit Toxoplasmose anstecken?

Der bekannteste Übertragungsweg ist der Kontakt mit Katzenkot, etwa beim Reinigen der Katzentoilette oder beim Kontakt mit Sandkästen. Die Katze scheidet den Erreger meist nur für einen begrenzten Zeitraum von etwa zehn Tagen aus. Danach ist sie in der Regel nicht mehr infektiös.
Auch Gartenarbeit kann ein gewisses Risiko darstellen, da der Erreger über kontaminierten Boden übertragen werden kann. Ebenso sind verunreinigtes Wasser, ungewaschenes Gemüse und Obst mögliche Quellen. Erreger können über die Hände in den Mund gelangen. Kinder können sich durch Kontakt mit Erde infizieren. Befindet sich der Parasit in Fleisch, wird er nur durch ausreichend langes und gründliches Erhitzen zerstört.
In der Schwangerschaft ist besonders wichtig: Eine frisch erworbene Infektion kann auf das ungeborene Kind übertragen werden.
Die Inkubationszeit beträgt bei Ansteckung über Fleisch etwa 10 bis 23 Tage, bei Kontakt mit Katzenkot, Erde oder kontaminierten Lebensmitteln etwa 5 bis 20 Tage.
Der bekannteste Übertragungsweg ist der Kontakt mit Katzenkot, etwa beim Reinigen der Katzentoilette oder beim Kontakt mit Sandkästen. Die Katze scheidet den Erreger meist nur für einen begrenzten Zeitraum von etwa zehn Tagen aus. Danach ist sie in der Regel nicht mehr infektiös.
Auch Gartenarbeit kann ein gewisses Risiko darstellen, da der Erreger über kontaminierten Boden übertragen werden kann. Ebenso sind verunreinigtes Wasser, ungewaschenes Gemüse und Obst mögliche Quellen. Erreger können über die Hände in den Mund gelangen. Kinder können sich durch Kontakt mit Erde infizieren. Befindet sich der Parasit in Fleisch, wird er nur durch ausreichend langes und gründliches Erhitzen zerstört.
In der Schwangerschaft ist besonders wichtig: Eine frisch erworbene Infektion kann auf das ungeborene Kind übertragen werden.
Die Inkubationszeit beträgt bei Ansteckung über Fleisch etwa 10 bis 23 Tage, bei Kontakt mit Katzenkot, Erde oder kontaminierten Lebensmitteln etwa 5 bis 20 Tage.
Wie lässt sich Toxoplasmose in der Schwangerschaft vermeiden?
Entscheidend ist, ob bereits Antikörper vorhanden sind, also ob die Infektion früher schon durchgemacht wurde. In diesem Fall besteht Schutz, auch wenn während der Schwangerschaft erneut Kontakt mit dem Erreger erfolgt.
Eine Antikörperuntersuchung kann daher sinnvoll sein, um festzustellen, ob eine frühere Infektion vorliegt. Wenn noch keine Immunität besteht, kann eine regelmäßige Kontrolle im Abstand von etwa zwei Monaten hilfreich sein, damit eine mögliche Neuinfektion frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Da die Infektion häufig symptomlos verläuft, ist eine Laborkontrolle erforderlich.
Was geschieht, wenn eine Infektion rechtzeitig erkannt wird?
In diesem Fall sollte schnellstmöglich eine medikamentöse Therapie begonnen werden, die bis zum Ende der Schwangerschaft fortgeführt wird. Auch das Neugeborene wird in der Regel bis zur sechsten Lebenswoche behandelt, selbst wenn keine Symptome sichtbar sind. Bei frühzeitiger Diagnose haben betroffene Kinder gute Chancen, sich gesund zu entwickeln.

Achten Sie in der Schwangerschaft besonders auf Ernährung und Hygiene. Vermeiden Sie rohes oder halb gegartes Fleisch. Waschen und schälen Sie Obst und Gemüse gründlich. Bevorzugen Sie gekochte, gedünstete oder gebratene Speisen. Tragen Sie beim Umgang mit rohem Fleisch möglichst Handschuhe und verwenden Sie separate Schneidebretter. Wenn Sie Gartenarbeit verrichten, nutzen Sie Handschuhe.
Ich liebe meine Katze – was soll ich tun?
Wenn Sie eine Katze haben, besteht kein Grund zur Panik. Es ist nicht notwendig, Ihr Tier abzugeben. Mit vernünftigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Ein Test kann jederzeit Klarheit über eine mögliche Neuinfektion bringen.
Idealerweise lassen Sie Ihren Antikörperstatus bereits bei Kinderwunsch bestimmen. Wenn Antikörper vorhanden sind, können Sie beruhigt sein. Falls nicht, achten Sie besonders auf folgende Punkte:
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Die Katzentoilette sollte täglich gereinigt werden, möglichst von einer anderen Person.
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Füttern Sie Ihrer Katze kein rohes Fleisch, und vermeiden Sie, dass sie draußen Mäuse fängt.
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Waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände, besonders nach dem Kontakt mit Ihrer Katze.
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Vermeiden Sie, dass die Katze Ihr Gesicht oder Ihren Mundbereich berührt.
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Lassen Sie gegebenenfalls regelmäßige Tests durchführen.
Wie funktioniert das Toxoplasmose-Screening?

Die Untersuchung ist unkompliziert: Anhand einer Blutprobe lässt sich feststellen, ob Antikörper vorhanden sind und ob es sich um eine frühere oder eine aktuelle Infektion handelt. Das ist entscheidend, denn während eine frühere Infektion Schutz bietet, muss eine akute Infektion umgehend behandelt werden.
Wichtig für Sie
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Auch bei Ihrer Katze kann ein Schnelltest durchgeführt werden, um festzustellen, ob sie die Infektion bereits durchgemacht hat.
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Eine eigene Toxoplasmose-Untersuchung zeigt, ob Sie immun sind oder eine frische Infektion vorliegt. Bei Bedarf kann durch weitere Tests der Zeitpunkt näher eingegrenzt werden.
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Für Schwangere mit erhöhtem Risiko, etwa durch Katzenhaltung oder häufige Gartenarbeit, kann eine Laborkontrolle besonders sinnvoll sein.
Verfasst von Mónika Veres
Quelle:
Toxoplasmose – Informationen für Fachkreise und Öffentlichkeit