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Was sollten Sie über das Zufüttern mit Säuglingsnahrung wissen?

Wenn eine Mutter Muttermilch hat, es aber so wirkt, als würde die Menge für das Baby nicht mehr ausreichen, kommt häufig das Zufüttern mit Säuglingsnahrung als mögliche Lösung ins Gespräch. Das Baby kann bei jeder Mahlzeit eine Ergänzung bekommen oder, wenn abends weniger Muttermilch vorhanden ist, vor allem in dieser Zeit.
Wichtig zu wissen ist: Die Menge der Muttermilch wird oft fälschlicherweise als zu gering eingeschätzt, zum Beispiel während eines Wachstumsschubs. Wenn die Milchmenge tatsächlich zurückgeht, kann sie in vielen Fällen wieder gesteigert werden. Auch darüber schreiben wir in diesem Artikel.

Wenn die Menge der Muttermilch tatsächlich nicht ausreicht, kann zuerst abgepumpte und eingefrorene Muttermilch der Mutter verwendet werden. Danach steht weiterhin die Ernährung mit der eigenen Muttermilch im Vordergrund. Erst als dritte Möglichkeit kommt Säuglingsnahrung infrage.

Mutter sucht fachliche Unterstützung bei Fragen zur Babyernährung

Ob Ihr Baby eine Zufütterung mit Säuglingsnahrung braucht, sollten Sie möglichst früh mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder einer Stillberaterin besprechen, wenn Sie bemerken, dass Ihr Baby nach dem Stillen hungrig bleibt.

Woran können Sie erkennen, dass Ihr Baby zu wenig Muttermilch bekommt?

Viele Mütter machen sich bei diesem Thema Sorgen. Beim Stillen sieht man schließlich nicht genau, wie viel das Baby getrunken hat. Auch lässt sich nicht sicher sagen, wie viel Milch gerade in der Brust vorhanden ist. Besonders in den ersten Wochen kommt es deshalb häufig vor, dass Babys vor und nach dem Stillen gewogen werden, um Sicherheit zu bekommen.


Die Milchbildung ist ein sehr wichtiger Prozess, dessen Aufgabe es ist, das Baby zu versorgen. Sie versiegt nicht so leicht, wie man manchmal denkt. Es gibt Lebenssituationen, die sich negativ darauf auswirken können, grundsätzlich wird die passende Milchmenge aber durch den Reiz während des Stillens und die darauf folgende hormonelle Reaktion reguliert.


Leider ist eine nur vermeintlich geringe Milchmenge ein häufiger Grund für unnötiges Zufüttern mit Säuglingsnahrung. Dadurch kann es schneller dazu kommen, dass die Milchmenge abnimmt oder die Milchbildung nachlässt. Weniger Stillen bedeutet weniger Milchbildung, wodurch die Menge an Säuglingsnahrung weiter erhöht wird. So wird das Stillen noch weiter reduziert und damit auch die dadurch gebildete Milchmenge. Es kann ein Teufelskreis entstehen, der sich jedoch häufig wieder umkehren lässt. Auch die Verwendung einer Flasche kann zu Saugverwirrung führen und das Anlegen an der Brust erschweren.

 

Welche Anzeichen können darauf hinweisen, dass Ihr Baby zu wenig Milch bekommt?

Mutter wickelt ihr Baby

Wenn Ihr Baby

  • weniger als 6-mal am Tag uriniert,

  • gelben und stark riechenden Urin hat,

  • unter 6 Wochen alt ist und weniger als 3-mal täglich Stuhlgang hat,

  • am 4. oder 5. Tag noch Mekonium ausscheidet,

  • nicht mehr zunimmt oder Gewicht verliert,

  • ungewöhnlich schläfrig ist,

dann ist es wahrscheinlich, dass es zu wenig Milch bekommt. In diesem Fall sollten Sie möglichst schnell Hilfe suchen.


 

Warum kann die Menge der Muttermilch zurückgehen?


Ein plötzliches Nachlassen der Muttermilch nehmen Eltern häufig während eines Wachstumsschubs des Babys wahr. Dabei ist jedoch nicht unbedingt die Milchmenge zu gering, sondern der Bedarf des Babys steigt plötzlich an. Das ist eine natürliche Veränderung. Ähnlich können Babys auch in Situationen, die ihren Tagesrhythmus durcheinanderbringen, mit einem häufigeren Stillbedürfnis reagieren, zum Beispiel nach einer Impfung, auf Reisen oder beim Zahnen.

Was ist ein Wachstumsschub?

Wussten Sie, dass sich Ihr Baby in den ersten Monaten in einem Tempo entwickelt und so viele Veränderungen durchläuft wie in keiner späteren Lebensphase? Bewegung, Gehirnentwicklung, Längen- und Gewichtszunahme sowie geistige und emotionale Fähigkeiten reifen gleichzeitig und sehr intensiv. Während eines Wachstumsschubs nimmt dieses Tempo plötzlich zu, manchmal innerhalb weniger Tage. Häufig zeigt sich das etwa um den 10. Tag, in der 3. Woche, in der 6. Woche sowie um den 3. und 6. Monat. In dieser Zeit braucht das Baby mehr Nahrung. Sie können diese Phase auch daran erkennen, dass sich der Rhythmus Ihres Babys verändert. Es schläft weniger, wacht nachts häufiger auf, ist unruhig und möchte ständig gestillt werden. Nach dem Stillen entspannt es sich zufrieden, meldet sich aber nach kurzer Zeit, zum Beispiel nach 20 oder 30 Minuten, erneut zum Trinken.

Mutter pumpt überschüssige Muttermilch für ihr Baby ab

Wenn Sie Ihr Baby entsprechend seinen Bedürfnissen häufiger stillen und dadurch die natürliche Milchbildung anregen, stellt sich meist bald wieder ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot ein. Die Natur regelt das auf beeindruckende Weise: Häufigere Reize regen die milchbildenden Drüsen zu schnellerer Produktion an. So kann die Milchmenge, die innerhalb eines Tages gebildet wird, steigen. Dieser Effekt kann auch durch häufigeres Abpumpen unterstützt werden.

Bevor Ihr Baby also sofort Säuglingsnahrung bekommt, versuchen Sie zunächst, sich mit häufigerem Stillen an seine neuen Bedürfnisse anzupassen und das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Baby liegt in einem Babybody aus Bambus, weicher und atmungsaktiver Komfort für empfindliche Babyhaut

Es gibt jedoch Situationen, in denen die Muttermilchmenge tatsächlich zu gering ist. Wenn Sie unsicher sind und nicht einschätzen können, ob Ihr Baby ausreichend Nahrung bekommt, holen Sie sich Unterstützung von einer Fachperson oder einer Stillberaterin. Ein Rückgang oder Nachlassen der Milchbildung kann ein umkehrbarer Prozess sein.

 

Beim Zufüttern mit Säuglingsnahrung ist Achtsamkeit wichtig

Die wichtigste und für das Baby wertvollste Nahrung ist Muttermilch. Trotzdem kann es vorkommen, dass das Stillen auf Schwierigkeiten stößt. Mit Säuglingsnahrung sollte immer sehr vorsichtig umgegangen werden. Zwischen den Produkten gibt es große Qualitätsunterschiede. Es handelt sich um angepasste Kuhmilchprodukte, deren Verdaulichkeit sich deutlich von Muttermilch unterscheidet. Auch auf die Menge der Zufütterung sollte genau geachtet werden.


Für das Zufüttern mit Säuglingsnahrung gibt es heute verschiedene Hilfsmittel: Man kann einen Sauger, einen Trinkbecher oder eine Babyflasche verwenden. Welche Lösung für Ihr Baby am besten geeignet ist, können Sie auch mit einer Fachperson besprechen.

Mutter stillt ihr Baby

Gut zu wissen: Beim Stillen bekommt das Baby die Milch sehr langsam, und nach 20 bis 30 Minuten signalisiert der Körper, dass es satt ist. Bei der Flaschenernährung kann die Säuglingsnahrung jedoch schon nach 5 Minuten ausgetrunken sein. In dieser kurzen Zeit kann das Sättigungszentrum noch nicht richtig reagieren. Das Baby fühlt sich möglicherweise weiterhin hungrig, was zu Überfütterung und Bauchschmerzen führen kann.


Ein Brusternährungsset kann hier besonders hilfreich sein. Dabei erhält das Baby die Ergänzung über einen sicheren, dünnen Schlauch. So verbindet es das Sättigungsgefühl weiterhin mit der Brust, die Milchbildung wird angeregt und einer Saugverwirrung kann vorgebeugt werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Flaschenernährung ist, dass das Stillen vollständig erhalten bleibt.

Die Einführung von Säuglingsnahrung fühlt sich für Mütter oft wie eine akute SOS-Situation an. Wenn es ein Problem gibt, warten Sie deshalb nicht bis zum nächsten Tag, sondern holen Sie sich möglichst früh Rat.

Kleinkind krabbelt im Schlafsack mit Füßen aus Bambus, weicher LiaaBébé Komfort für ruhige Nächte

Wie sieht der Stuhl von Babys aus, die Muttermilch und Säuglingsnahrung bekommen?


Der Stuhl von ausschließlich gestillten Babys ist gelblich. Wenn das Baby zusätzlich Säuglingsnahrung bekommt, verändern sich Farbe und Konsistenz. Der Stuhl wird fester und dunkler und enthält mehr Rückstände. Schon eine kleine Menge Säuglingsnahrung zusätzlich zum Stillen verändert die Darmflora des Säuglings. Wenn die Säuglingsnahrung wieder weggelassen wird, bildet sich diese Veränderung nur langsam zurück, über einen längeren Zeitraum von etwa 40 Tagen. Deshalb ist es wichtig, Säuglingsnahrung nur dann zuzufüttern, wenn es wirklich begründet ist.


 

Wie viel Säuglingsnahrung sollte das Baby bekommen?


Das ist meist nicht leicht einzuschätzen. Die Menge der Säuglingsnahrung sollte nach ärztlicher Empfehlung erfolgen. Außerdem müssen Alter und Gewicht des Kindes berücksichtigt werden. Die Zufütterung nach dem Stillen kann jedes Mal unterschiedlich sein, da jeweils eine andere Menge Muttermilch zur Verfügung steht und auch der Hunger des Babys schwanken kann.

Häufig scheint die Muttermilchmenge am späten Nachmittag und in den Abendstunden zurückzugehen. Gegen Abend kann deshalb mehr Säuglingsnahrung nötig werden.


Wie lange ist das Zufüttern mit Säuglingsnahrung notwendig?


Das ist individuell unterschiedlich. Wenn die Mutter während der Beikosteinführung noch Muttermilch hat, ist das Ziel, die Säuglingsnahrung bei der Einführung neuer Lebensmittel und Breie schrittweise zu reduzieren. Dieser Prozess entwickelt sich allmählich, weil das Baby anfangs nur kleine Mengen vom Löffel isst, später aber so viel, dass dadurch Säuglingsnahrung ersetzt werden kann. Wenn also neue Lebensmittel eingeführt werden und weiterhin Muttermilch vorhanden ist, sollte eindeutig die Säuglingsnahrung ersetzt werden, nicht das Stillen.

In vielen Fällen kann Säuglingsnahrung bewusst und schrittweise weggelassen werden.


Verfasst von Mónika Veres

Quellen:

Gesund ins Leben - Fläschchen fürs Baby zubereiten

Kindergesundheit-info.de -
Zubereitung von Säuglingsmilch

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