Pflege der Milchzähne bei Kindern – ab wann und wie?
Milchzähne spielen nicht nur beim Kauen eine wichtige Rolle, sondern auch bei der Sprachentwicklung und der gesunden Formung des Kiefers. Auch wenn diese kleinen Zähne später ausfallen, ist eine sorgfältige Pflege entscheidend – sowohl für ihren Erhalt als auch dafür, dass die bleibenden Zähne gesund nachwachsen können.
Bei der Pflege der Milchzähne geht es nicht nur um ein schönes Lächeln – auch wenn dieses das Selbstwertgefühl Ihres Kindes stärkt –, sondern vor allem darum, früh zu lernen, wie wichtig eine gute Mundhygiene ist. Dabei kommt der Familie eine zentrale Rolle zu, vor allem durch Vorbildwirkung.
Sieht Ihr Kind, dass Sie Ihre eigenen Zähne regelmäßig und gewissenhaft pflegen, versteht es leichter, warum Zahnpflege wichtig ist. Gemeinsames Zähneputzen kann zu einem liebevollen Ritual werden, das gute Gewohnheiten stärkt und die tägliche Zahnpflege ganz selbstverständlich macht.
In diesem Artikel teilen wir hilfreiche Tipps, damit die Zähne Ihres Kindes lange gesund und strahlend bleiben.
Milchzähne haben eine wichtige Aufgabe
Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass Milchzähne weniger Aufmerksamkeit benötigen, da sie ohnehin ausfallen. Viele gehen davon aus, dass sie in ihrer kurzen Lebenszeit nicht kariös werden. Leider ist das nicht richtig. Milchzähne können sogar schneller geschädigt werden als bleibende Zähne. Deshalb sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen, idealerweise alle sechs Monate, sehr empfehlenswert.
Milchzähne ermöglichen gründliches Kauen und unterstützen die korrekte Lautbildung beim Sprechen. Sie halten außerdem den Platz für die späteren bleibenden Zähne frei. Auch Milchzähne können Karies entwickeln, die Entzündungen verursachen und sich ausbreiten kann. Nicht zuletzt sind Kinder sensibel in Bezug auf ihr Aussehen – fehlende oder stark geschädigte Zähne können ihr Selbstbewusstsein und soziale Kontakte beeinflussen.
Wissenswertes über Milchzähne
Bereits unter dem Zahnfleisch eines Babys befinden sich 20 vollständig angelegte Milchzähne. Etwa ab dem sechsten Lebensmonat beginnen sie durchzubrechen. In welcher Reihenfolge dies geschieht, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.
Milchzähne unterscheiden sich in ihrem Aufbau von bleibenden Zähnen. Der Zahnschmelz ist dünner und damit anfälliger für äußere Einflüsse. Ihre Farbe wirkt eher bläulich-weiß, während bleibende Zähne gelblicher erscheinen. Auch ihre Größe ist kleiner, passend zum kindlichen Kiefer. Die Zahnwurzeln sind feiner und kürzer.
Zu diesem Thema haben wir bereits einen ausführlichen Artikel über das Zahnen bei Babys veröffentlicht.
Warum Milchzähne schneller geschädigt werden können
Es kann überraschend schnell zu tiefen Kariesstellen kommen, selbst wenn die Zähne wenige Monate zuvor noch gesund waren. Der Grund liegt im dünneren Zahnschmelz. Dieser schützt normalerweise vor Bakterien und äußeren Einflüssen. Ist er dünner, wird das darunterliegende, empfindlichere Dentin schneller freigelegt, und Karies kann rasch bis zum Zahnnerv vordringen.

Zwischen eng stehenden Milchzähnen kann sich zudem sogenannte Kontaktkaries entwickeln, die schwer zu erkennen ist. Moderne Diagnosemethoden wie laserbasierte Kariesmessgeräte helfen dabei, auch solche versteckten Stellen frühzeitig zu entdecken.
Zahnseide kann Speisereste effektiv entfernen und Karies vorbeugen, wird bei Kindern jedoch oft nicht angewendet. Gerade deshalb ist elterliche Unterstützung dabei unerlässlich.
Auch Süßigkeiten spielen eine Rolle. Ein komplettes Verbot ist weder realistisch noch sinnvoll. Besser ist es, nach dem Verzehr zu putzen. Besonders wichtig ist das abendliche Zähneputzen als letzte Mundpflege nach dem Essen. Danach sollten keine zuckerhaltigen Getränke oder Milch mehr folgen.
Wichtig: Putzen Sie nicht direkt nach dem Essen. Der Zahnschmelz ist kurzzeitig aufgeweicht und wird durch den Speichel wieder gehärtet. Wartet man diese Zeit nicht ab, kann der Schmelz langfristig geschädigt werden.
Häufige Zahnprobleme im Kindesalter
- Zahnungsschmerzen
- Unregelmäßiger Zahndurchbruch
- Bissprobleme durch langes Saugen
- Frühzeitiges Absinken von Milchzähnen
- Fehlende Zahnkeime
- Engstand, große Zahnlücken, Fehlbiss – Bedarf an Zahnregulierung
- Frühkindliche Karies
- Zahnverletzungen und Frakturen
Ab dem ersten Milchzahn mit der Pflege beginnen
Meist zeigt sich der erste Milchzahn um den sechsten Lebensmonat. Anfangs genügt es, die Zähnchen mit einem sauberen, chemiefreien Tuch abzuwischen. Alternativ gibt es weiche Silikonfingerbürsten aus der Apotheke oder Drogerie. Die erste Zahnbürste sollte einen kleinen Kopf, weiche Borsten und einen gut greifbaren Griff haben.

Etwa ab dem ersten Geburtstag beginnt das Kind, sich aktiv mit der Zahnbürste vertraut zu machen. Zunächst mit Wasser, später mit Kinderzahnpasta. Bei der Auswahl gibt es viele Möglichkeiten. Da insbesondere Fluorid kontrovers diskutiert wird, empfiehlt es sich, dazu den Rat eines Zahnarztes einzuholen.
Wie sollte Ihr Kind Zähne putzen?
Zahnpasta sollte nicht geschluckt werden, dennoch ist ein angenehmer Geschmack wichtig. Finden Sie ein Produkt, das Ihr Kind gern benutzt. Verwenden Sie nur eine kleine Menge, um übermäßige Schaumbildung zu vermeiden.
Die empfohlene Putztechnik entspricht grundsätzlich der für Erwachsene. Dazu haben wir bereits einen eigenen Artikel veröffentlicht.
Kann ein Kind das Zähneputzen mögen lernen?
Mit ein paar einfachen Tricks: ja. Gemeinsame Zahnpflege in der Familie schafft Routine und reduziert Widerstand. Seien Sie geduldig – auch Erwachsene haben nicht jeden Abend Lust auf das Zähneputzen.

Singen Sie Zahnputzlieder, nutzen Sie eine kleine Sanduhr oder bereiten Sie Ihr Kind mit Bilderbüchern vor. Lassen Sie es spielerisch mit der Zahnbürste umgehen – so wird Zahnpflege positiv erlebt.
Wussten Sie schon, dass …
- sich Zahnkeime bereits im Mutterleib entwickeln?
- es heute familienfreundliche Zahnarztpraxen gibt?
- Milchzähne idealerweise alle sechs Monate kontrolliert werden sollten?
Verfasst von Mónika Veres
Quelle:
kindergesundheit-info.de – Gesunde Zähne von Anfang an