Welche sind die häufigsten unangenehmen Schwangerschaftsbeschwerden?
Die Monate der Schwangerschaft bringen besondere, manchmal überraschende körperliche und emotionale Veränderungen mit sich. Vieles davon ist ganz natürlich und für die gesunde Entwicklung Ihres Babys notwendig. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige der häufigsten Beschwerden vor, die werdende Mütter als belastend empfinden, und zeigen Möglichkeiten auf, wie Sie damit umgehen können.
Während der Schwangerschaft durchläuft der mütterliche Körper in relativ kurzer Zeit enorme Veränderungen. Hormonelle Umstellungen beeinflussen zahlreiche Prozesse im gesamten Organismus. Es ist beeindruckend, wie sich der weibliche Körper darauf vorbereitet, ein Baby sicher zu tragen und zur Welt zu bringen. Schauen wir uns die häufigsten Symptome genauer an.
Müdigkeit

Müdigkeit gehört zu den häufigsten Beschwerden, besonders zu Beginn der Schwangerschaft. Bereits in den ersten Wochen führen hormonelle Veränderungen zu einer ungewohnten Erschöpfung. Hauptverantwortlich ist das Hormon Progesteron, dessen Spiegel im ersten Monat stark ansteigt. Zusätzlich können ein niedrigerer Blutdruck, ein sinkender Blutzuckerspiegel sowie Stoffwechselveränderungen zur Müdigkeit beitragen.
Mit fortschreitender Schwangerschaft steigt das Blutvolumen kontinuierlich an, um Plazenta und Baby optimal zu versorgen. Das Herz muss dadurch mehr leisten, was sich ebenfalls als Erschöpfung bemerkbar machen kann. Auch Eisenmangel, Schilddrüsenunterfunktion oder eine unausgewogene Ernährung können Müdigkeit verstärken.
Im zweiten Trimester fühlen sich viele Frauen deutlich fitter und leistungsfähiger. Im dritten Trimester kehrt die Müdigkeit jedoch häufig zurück, unter anderem durch das zusätzliche Gewicht, körperliche Belastung und Schlafprobleme aufgrund des wachsenden Bauches oder der Kindsbewegungen.
Was hilft?
Ausreichend Ruhe und Schlaf sind besonders wichtig. Leichte Bewegung, wie Spaziergänge oder sanfter Sport, kann Körper und Seele guttun. Eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf sehr fettige Speisen oder schnell verfügbare Kohlenhydrate können zusätzlich unterstützen.
Rückenschmerzen
Mit zunehmender Bauchgröße, meist ab dem fünften bis siebten Monat, verlagert sich der Körperschwerpunkt. Gleichzeitig nimmt das Körpergewicht zu und die Gelenke werden durch hormonelle Einflüsse lockerer. Dadurch verändert sich die Körperhaltung spürbar.
Rückenschmerzen können nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch das Liegen und Ausruhen erschweren. Anhaltende Beschwerden führen oft zu Erschöpfung, Gereiztheit und Schlafproblemen.
Eine wirksame Unterstützung kann durch gezielte Entspannung der Becken-, Hüft- und Rückenmuskulatur erfolgen, beispielsweise durch fachgerechte Schwangerschaftsmassage. Da die körperliche Belastung weiterhin besteht, kann eine regelmäßige Anwendung sinnvoll sein.
Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit tritt meist im ersten Trimester auf und klingt häufig um die 12. bis 14. Schwangerschaftswoche wieder ab. Etwa 50 bis 80 Prozent der Schwangeren erleben diese Beschwerden. Sie gelten in den meisten Fällen als harmlos und können Teil einer gesunden Schwangerschaft sein.
Mögliche Ursachen sind hormonelle Veränderungen, eine veränderte Magen-Darm-Tätigkeit, erhöhte HCG-Werte, eine empfindlichere Geruchswahrnehmung oder auch eine Schilddrüsenüberfunktion. Häufig ist die morgendliche Übelkeit eines der ersten Anzeichen einer Schwangerschaft, kann jedoch zu jeder Tageszeit auftreten.
Bei starkem Erbrechen sollte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. In schweren Fällen, wenn es zu erheblichem Gewichtsverlust oder Austrocknung kommt, ist eine ärztliche Behandlung notwendig.
Je nach Ausprägung können Anpassungen der Essgewohnheiten, kleine häufige Mahlzeiten, ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder ärztlich empfohlene Maßnahmen helfen. Manchmal genügt es bereits, das Schwangerschaftsvitamin nicht morgens, sondern später am Tag zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen.
Kurzatmigkeit

Zwischen der 28. und 36. Schwangerschaftswoche kann ein Gefühl von Atemnot auftreten. Es kann sich anfühlen, als reiche die eingeatmete Luft nicht aus. Obwohl dieses Empfinden beunruhigend sein kann, ist es meist vorübergehend.
Die wachsende Gebärmutter drückt gegen Zwerchfell und Lunge, während der Sauerstoffbedarf des Körpers gleichzeitig steigt. Eine aufrechte Sitzhaltung schafft mehr Raum für die inneren Organe. Nachts kann eine leicht erhöhte Oberkörperposition angenehmer sein. Frische, kühle Luft kann ebenfalls Erleichterung bringen.
Trotz des Gefühls erhält das Baby über die Nabelschnur ausreichend Sauerstoff.
Unwillkürlicher Urinverlust
Während der Schwangerschaft kann es zu vorübergehender Belastungsinkontinenz kommen. Durch das zunehmende Gewicht des Babys entsteht Druck auf die Blase. Bei Husten oder Niesen kann dadurch etwas Urin abgehen. Gleichzeitig werden Beckenboden- und Haltemuskulatur durch hormonelle Einflüsse lockerer.
In den meisten Fällen bessert sich das Problem nach der Geburt von selbst. Falls nicht, stehen verschiedene Beckenbodentherapien zur Verfügung.
Was hilft?
Beckenbodenübungen oder gezielte Gymnastik, nach Rücksprache mit dem Arzt Regelmäßiges, bewusstes Entleeren der Blase Ausreichende, aber nicht übermäßige Flüssigkeitszufuhr
Bei plötzlichem starkem Urinverlust oder Schmerzen sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
Verstopfung

Weniger als zwei bis drei Stuhlgänge pro Woche mit starkem Pressen gelten als Verstopfung. Während der Schwangerschaft verlangsamt sich die Darmtätigkeit durch hormonelle Veränderungen. Zudem übt das Baby Druck auf den Enddarm aus.
Hilfreich sind ballaststoffreiche Lebensmittel sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Beispiele für ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte.
Spannungsgefühl in der Brust
Schon früh, teils noch vor Ausbleiben der Menstruation, können Brustspannen und Empfindlichkeit auftreten. Die Brust wächst, die Durchblutung nimmt zu und die Milchdrüsen entwickeln sich als Vorbereitung auf das Stillen. Nicht jede Frau empfindet diese Veränderungen gleich stark.
Wann sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat suchen?
- Bei unangenehm riechendem oder verfärbtem vaginalem Ausfluss, insbesondere mit Brennen oder Juckreiz
- Bei jeglicher Form von Blutung
- Bei Symptomen, die für Sie ungewöhnlich oder beunruhigend erscheinen
Zu den frühen Anzeichen einer Schwangerschaft und den Symptomen der Einnistung haben wir bereits einen eigenen Artikel veröffentlicht.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
BZgA / familienplanung.de - Schwangerschaftsbeschwerden
gesund.bund.de - Schwangerschaft: Anzeichen und Beschwerden