Welche Anzeichen gibt es für die Einnistung und eine frühe Schwangerschaft?
Sie wünschen sich ein Baby und achten gespannt auf die ersten Hinweise? Vielleicht fragen Sie sich, wann sich etwas „anders“ anfühlt, so wie es andere Mütter beschrieben haben. Die Anzeichen einer Einnistung und die ersten hormonellen Veränderungen sind nicht immer leicht zu erkennen, denn jede Frau nimmt diese Phase unterschiedlich wahr. Außerdem kann auch die nahende Menstruation körperliche Signale auslösen, die sich leicht mit den ersten Schwangerschaftsanzeichen verwechseln lassen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie gar nichts bemerken, auch das kommt vor.
Wir haben für Sie die häufigsten Zeichen zusammengestellt, mit denen Sie rechnen können.
Die ersten Anzeichen können sehr unterschiedlich sein
Einige Symptome in der frühen Schwangerschaft sind sehr bekannt, andere können auch auf etwas ganz anderes hinweisen. Wenn Sie mehrere Anzeichen gleichzeitig bemerken, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Sie schwanger sind. Gleichzeitig gibt es werdende Mütter, die diese Zeit nahezu beschwerdefrei erleben. Deshalb: Bleiben Sie ruhig, wenn Sie bei sich keine Veränderungen feststellen.

Schauen wir uns die häufigsten Symptome an, von denen frischgebackene Mütter oft berichten:
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plötzlich auftretende Übelkeit, flaues Gefühl im Magen
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Blähbauch, Völlegefühl
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starke und häufige Müdigkeit
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Spannungsgefühl in der Brust, Brustwachstum
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vergrößerte Brustwarzen, dunklere Brustwarzenhöfe
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ziehende Schmerzen im Unterbauch, leichte Krämpfe
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verstärkter vaginaler Ausfluss
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Schmierblutungen
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häufiger Harndrang
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Schwindel
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Kopfschmerzen
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ungewöhnliche Gelüste oder Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel
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Stimmungsschwankungen
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ausbleibende Menstruation
Viele dieser Zeichen können auch andere Ursachen haben. Übelkeit, Müdigkeit oder Appetitveränderungen können zum Beispiel durch einen Infekt ausgelöst werden. Brustspannen und Unterleibskrämpfe können auch zu einer Menstruation gehören, die einmal ungewohnt früh oder unregelmäßig einsetzt. Wenn jedoch mehrere Symptome zusammen auftreten, kann es sinnvoll sein, möglichst bald einen Schwangerschaftstest zu machen und ärztlichen Rat einzuholen.
Welche Symptome können später auftreten?
Nach den allerersten Anzeichen werden Sie wahrscheinlich auch in den folgenden Wochen weitere Veränderungen bemerken. Das Nachdunkeln der Brustwarzenhöfe zeigt sich häufig erst später. Auch der häufige Harndrang wird von manchen Schwangeren erst in den kommenden Wochen deutlicher wahrgenommen.
Viele berichten zudem von ausgeprägter Müdigkeit und starker Schläfrigkeit, die oft etwa um die 7. Schwangerschaftswoche beginnt und typischerweise bis zur 12. bis 14. Woche anhalten kann. In dieser Zeit fällt es manchen schwer, morgens aufzustehen, und sie schlafen tagsüber häufiger ein. Auch starke Übelkeit und Erbrechen können auftreten und bis etwa zur 12. bis 14. Woche unangenehm sein oder sogar sehr belastend werden.
Wie entsteht eine Schwangerschaft?
Das Schwangerschaftsalter wird nicht ab dem Tag der Befruchtung gezählt, sondern ab dem Zeitpunkt des Eisprungs. Um den Ablauf gut zu verstehen, ist es sinnvoll, hier zu beginnen.
In den Eierstöcken entwickeln sich mehrere Hunderttausend Follikel, in denen Eizellen heranreifen. Pro Monat reift meist nur eine Eizelle vollständig heran. Etwa zur Zyklusmitte, häufig um den 14. Zyklustag, platzt der Follikel, die Eizelle wird freigesetzt und beginnt ihren Weg Richtung Gebärmutter.

Die Spermien, die sich auf den Weg zur Eizelle machen, legen dabei einen anspruchsvollen Weg zurück, bis schließlich eines die Eizelle erreicht und befruchtet. Danach beginnt die Eizelle sich zu teilen. Das kleine Leben startet, zunächst auf Zellebene. Am 2. Tag besteht es aus 2 Zellen, am 3. Tag aus 4 bis 6 bis 8 Zellen, am 4. Tag bereits aus vielen Zellen.
Die Einnistung beginnt etwa am 6. bis 7. Tag, wenn sich die befruchtete Eizelle der Gebärmutterschleimhaut nähert und Kontakt aufnimmt. Abgeschlossen ist die Einnistung meist am 8. bis 10. Tag. Das ist ein entscheidender Moment: Die Zygote haftet an der verdickten Gebärmutterschleimhaut und verbindet sich mit dem Blutkreislauf der Mutter. Ab diesem Zeitpunkt spricht man vom Embryo. Im Körper der Mutter beginnen hormonelle Veränderungen, zum Beispiel eine erhöhte Produktion des Schwangerschaftshormons hCG.
Welche Anzeichen kann eine Einnistung haben?
Wenn Sie diese wenigen Tage bewusst beobachten möchten, können Sie auf Folgendes achten:
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Achten Sie auf Veränderungen Ihrer Körpertemperatur. Die Basaltemperatur schwankt im Zyklus. Rund um den Eisprung ist sie niedriger, steigt danach an und sinkt vor der Menstruation normalerweise wieder leicht ab, meist nur um wenige Zehntelgrade. Bei einer Einnistung kann die Temperatur eher stabil bleiben, statt wie üblich vor der Menstruation abzufallen.
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Es kann zu einer leichten Blutung kommen. Diese ist häufig nur sehr gering, eher bräunlich und tritt als Schmierblutung auf, oft ungefähr eine Woche vor der erwarteten Menstruation.
In dieser Phase spüren viele noch keine stärkeren Beschwerden wie ausgeprägte Übelkeit oder deutliche Schwäche.
Was können Sie für eine erfolgreiche Einnistung tun?
Ein bewusster Start in die Familienplanung bedeutet auch, sich auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Für die Gesundheit und das Leben Ihres zukünftigen Kindes möchten Sie natürlich alles tun, was möglich ist. Dabei zählt nicht nur die Zeit rund um die Einnistung, sondern die gesamte Schwangerschaft. Es gibt grundlegende, gut umsetzbare Gewohnheiten, die dennoch sehr wichtig sind, sowohl für Ihr Wohlbefinden als auch für die Gesundheit Ihres Babys. In dieser Zeit ist es besonders wertvoll, gut auf sich zu achten.

Wir nennen vier wichtige Punkte. Für eine vertiefte Orientierung lohnt sich zusätzlich der Blick in fachliche Informationen.
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gesunde Lebensweise, ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, mit Fokus auf Gemüse und Obst
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bestehende gesundheitliche Probleme fachgerecht behandeln lassen
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Belastungen vermeiden: zu viel Koffein, Rauchen, Alkohol, Stress
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wichtige Nährstoffe ergänzen, geeignete Schwangerschaftsvitamine nach ärztlicher Empfehlung auswählen
Warum ist der erste Arzttermin möglichst früh wichtig?
Eine frühzeitige medizinische Betreuung kann viele Vorteile haben. Die eindeutige Feststellung einer Schwangerschaft ist Aufgabe der Ärztin oder des Arztes. Dort wird auch das Schwangerschaftsalter bestimmt und der voraussichtliche Geburtstermin berechnet. Sie erhalten Antworten auf Ihre Fragen, außerdem können passende Vitamine und Ernährungsempfehlungen für die gesunde Entwicklung Ihres Babys besprochen werden.
Wenn Sie gesundheitliche Themen oder bestehende Erkrankungen haben, zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck, sollten Sie diese unbedingt ansprechen, damit Ihr Zustand gut begleitet werden kann. Auch in dieser frühen Phase kann die Ärztin oder der Arzt Anzeichen erkennen, wenn ein Problem besteht, etwa eine Eileiterschwangerschaft oder ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko.
Je früher Sie ärztlichen Rat einholen, desto besser können mögliche Komplikationen vermieden werden, und Sie schaffen die beste Grundlage für eine gute Betreuung, für Ihr Baby und für Sie.
Wussten Sie schon?
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Bei einer IVF-Behandlung findet die Befruchtung der Eizellen außerhalb des Körpers statt, und der Embryo wird entweder im Entwicklungsstadium des 3. Tages oder im Stadium des 5. Tages in die Gebärmutter eingesetzt.
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Die Blastozyste ist eine wichtige Entwicklungsphase, die nur Embryonen erreichen, die sich besonders gut teilen. Diese Phase kann auch unter Laborbedingungen erreicht werden, um die Chancen einer erfolgreichen Einsetzung zu erhöhen.
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Die meisten Schwangerschaftstests können eine Schwangerschaft bereits ab dem ersten Tag der ausbleibenden Menstruation nachweisen.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
Apotheken Umschau – „Bin ich schwanger? Die ersten Anzeichen”
AOK (Die Gesundheitskasse) – „Menstruation oder Einnistungsblutung: Was ist der Unterschied?”