Ist es sicherer, Ihr Baby auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch schlafen zu lassen?
Ein kleines Baby verbringt einen großen Teil des Tages schlafend. Bis zu den ersten größeren Bewegungen, die meist zwischen dem 4. und 6. Monat auftreten, bleibt es in der Regel bis zum Ende des Schlafs in der Position, in die Sie es gelegt haben. Sobald Ihr Baby sich drehen und aktiver bewegen kann, nimmt es oft ganz von selbst die Haltung ein, in der es sich am wohlsten fühlt. Dann ist es weniger entscheidend, wie Sie es hinlegen, weil Ihr Baby seine Schlafposition jederzeit verändern kann.
Rund um Schlafpositionen gibt es unterschiedliche Meinungen. Aktuelle fachliche Empfehlungen, unter anderem von der WHO und der American Academy of Pediatrics, nennen das Schlafen in Rückenlage als die sicherere Option für Babys. Gleichzeitig haben Babys unterschiedliche Bedürfnisse. Es ist sinnvoll, darauf einzugehen, denn Komfort und erholsamer Schlaf sind wichtig. Hilfreich ist es außerdem, die Vor- und Nachteile der einzelnen Positionen zu kennen. Dabei unterstützen wir Sie hier.
Rückenlage
Wenn Ihr Baby auf dem Rücken schläft, ist die Atmung in der Regel ungehindert, weil Brust und Bauch nicht gedrückt werden und die Atemwege frei bleiben. Das Gesicht ist weiter von der Matratze entfernt, das macht diese Position für viele Eltern besonders beruhigend.
Da Ihr Baby in Rückenlage viel Bewegungsfreiheit hat, kann es vorkommen, dass es durch unwillkürliche Arm- oder Beinbewegungen kurz aufschreckt. Gleichzeitig erreichen es in dieser Position mehr visuelle Reize aus der Umgebung, das kann einerseits anregen und fördern, andererseits das Einschlafen erschweren. Trotzdem ist die Rückenlage die häufigste Schlafposition, sie gilt als komfortabel und sicher, außerdem können Sie das Gesicht Ihres Babys gut sehen. Dass Babys in Rückenlage oft nicht ganz so tief schlafen, kann als Nachteil empfunden werden, im Zusammenhang mit Atempausen kann es jedoch auch ein Vorteil sein.
Bauchlage
Viele Eltern mögen die Bauchlage, weil Babys in dieser Position oft ruhiger schlafen. Der leichte Druck auf den Bauch kann entspannen, besonders wenn Ihr Baby gerade eine Phase mit Bauchschmerzen hat. Wenn Ihr Baby spuckt, kann Milch leichter aus dem Mund herauslaufen. Bei häufigem Spucken ist es sinnvoll, ein saugfähiges Tuch unter den Kopf zu legen.
Ein weiterer Grund, warum die Bauchlage beliebt ist, sie kann die Rückenmuskulatur unterstützen, und Ihr Baby beginnt in dieser Position oft, den Kopf zu heben.

Wichtig ist jedoch auch, dass die meisten Fälle des plötzlichen Kindstods (SIDS) in Bauchlage auftreten, die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sehr junge Babys können sich noch eingeschränkt bewegen. Wenn sie nicht genug Sauerstoff bekommen, können sie den Kopf nicht zuverlässig zur Seite drehen. In Bauchlage schlafen Babys häufig tiefer und überhitzen leichter. Wenn zusätzliche Faktoren hinzukommen, zum Beispiel eine unreife Atemregulation, Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, Auffälligkeiten im Muskeltonus, Sauerstoffmangel bei der Geburt oder Frühgeburt, und es zu Atemaussetzern von bis zu 20 Sekunden kommt, kann das Risiko für SIDS erhöht sein.
Seitenlage
Mit einer sicheren Stabilisierung, häufig mit einem dafür vorgesehenen Kissen, kann die Seitenlage nicht nur bequem sein, sie kann auch freies Atmen unterstützen und bei Spucken das Herauslaufen der Milch erleichtern. Viele Mütter wechseln gern zwischen rechter und linker Seite, weil das die Positionen abwechslungsreicher macht.
Wenn ein Baby sehr viel auf dem Rücken liegt, kann der Hinterkopf flacher werden. Durch wechselnde Seitenlage lässt sich dieses meist eher optische Thema oft gut ausgleichen.
Die natürliche Fötusposition
Ab etwa der 30. Schwangerschaftswoche wird es im Bauch nach und nach enger, viele Babys liegen dann bis zur Geburt zusammengerollt in einer Art Fötusposition. Diese Haltung ist so vertraut, dass Ihr Baby sie nach der Geburt oft gern wieder einnimmt, zum Beispiel mit angezogenen Beinen. Die bekannte Position kann beruhigen und tiefen Schlaf fördern. Es gibt spezielle Babykissen, mit denen Babys diese Haltung leicht und sicherer einnehmen können.

Was ist die häufigste Sorge?
- Bei Rückenlage steht oft die Angst vor Spucken an erster Stelle, also dass Milch in die Atemwege geraten könnte. Das passiert selten, und mit sorgfältigem Bäuerchenmachen lässt sich das Risiko meist verringern.
- Bei Seitenlage wird häufig befürchtet, dass das Baby sich unbemerkt weiterdreht. Ein geeignetes, stabilisierendes Babykissen kann hier unterstützen.
- Bei Bauchlage sorgen sich viele Eltern wegen möglicher Atemaussetzer. Ein Atemmonitor kann in dieser Position empfohlen werden und als zusätzliche Beruhigung dienen.
Beobachten Sie die Reaktionen Ihres Babys
Die beste Entscheidung treffen Sie meist dann, wenn Sie Ihr Baby in den ersten Wochen in den verschiedenen Positionen beobachten. Wie schläft es am liebsten? In welcher Lage schläft es am tiefsten? Wann wirkt es am erholtesten?
Wichtig ist dabei auch, dass die übrigen Bedingungen beruhigend sind, Ruhe, passende Raumtemperatur und eine bequeme Kleidung.
Es kann sinnvoll sein, die Positionen zu variieren, damit die Haltung nicht einseitig wird, das kann Rücken, Bewegung und auch den Kopf positiv unterstützen. Manche Positionen, die Ihr Baby heute noch ablehnt, werden einige Wochen später plötzlich akzeptiert. Und sobald Ihr Baby etwa 4 bis 6 Monate alt ist, wählt es seine Schlafpositionen häufig selbst.
Sicherheitsaspekte
Jede Schlafposition hat Vor- und Nachteile. Die Nachteile hängen häufig mit Sicherheit zusammen. Wenn Sie die möglichen Risiken kennen, können Sie bewusst abwägen und passende Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Worauf sollten Sie besonders achten?
Bei Bauchlage besonders auf Sicherheit achten
Wenn Ihr Baby in Bezug auf SIDS nicht zur Risikogruppe gehört (zum Beispiel Sauerstoffmangel bei der Geburt, Frühgeburt) und Bauchlage seine bevorzugte Schlafposition ist, können Sie mit einigen Regeln Risiken reduzieren:
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Die Matratze sollte fest sein.
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Beim Schlafen sollte kein Schnuller im Mund sein.
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Es sollten keine unnötigen Spielsachen, Textilien oder ein Babykissen im Babybett liegen.
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Verwenden Sie bei jedem Schlaf einen Atemmonitor.
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Lernen Sie die Wiederbelebung bei Säuglingen.
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Ziehen Sie Ihr Baby nicht zu warm an.
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Wechseln Sie auch Seitenlage ab.
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Lassen Sie Ihr Baby nicht unbeaufsichtigt.

Achten Sie darauf, dass die Babydecke nicht ins Gesicht rutscht
Neugeborene können eine Decke nicht selbst wegschieben. Später kann es passieren, dass ein aktiveres Baby die Decke unabsichtlich hochzieht. Dann erschrickt es und beginnt mit Armen und Beinen zu strampeln. Damit das nicht zum Problem wird, können Sie die Unterkante der Decke an zwei bis drei Punkten mit einfachen Clips fixieren, bis Ihr Baby sich zuverlässig drehen kann. Eine etwas festere Babydecke legt sich zudem weniger eng an das Gesicht an als sehr weich fallende Decken, das kann als sicherer empfunden werden.
Vermeiden Sie Überhitzung
Wenn die Raumtemperatur zu hoch ist, die Decke sehr dick oder die Kleidung nicht gut luftdurchlässig ist, kann Ihr Baby zu warm werden. Achten Sie auf das Raumklima und lüften Sie bei Bedarf. Wählen Sie Kleidung, die atmungsaktiv ist, und ziehen Sie Ihr Kind nicht zu warm an. Auch der TOG-Wert kann helfen, die Schlafkleidung passend zur Temperatur auszuwählen.
Wenn Sie eine Lösung suchen, bei der Ihr Baby im Schlaf nicht so leicht überhitzt und keine Babydecke ins Gesicht rutschen kann, sind Schlafsäcke eine praktische Option. Die LiaaBébé Bambus-Schlafsack Modelle sind atmungsaktiv und temperaturregulierend, das kann Überwärmung entgegenwirken. Durch den Schnitt am Halsausschnitt sitzen sie sicher. Wer einen klassischen Babyschlafsack oder einen Schlafsack mit Füßen sucht, kann die Kollektion in Ruhe ansehen.
Wenn Sie Bauchlage ermöglichen möchten, aber vorsichtig sind
Möchten Sie Ihrem Baby die Bewegungsmöglichkeiten in Bauchlage geben, es aber nicht gern so schlafen lassen? Oder hat es häufiger Bauchschmerzen? Dann kann Bauchlage tagsüber sinnvoll sein, wenn Ihr Baby wach ist, die Umgebung es motiviert, den Kopf zu heben und später das Abstützen auf den Armen zu üben.
Eltern nutzen meist nur wenige bekannte Schlafpositionen. Wenn Sie die Bedürfnisse Ihres Babys beobachten und positive sowie negative Effekte abwägen, finden Sie eine Lösung, die sich für Sie richtig anfühlt. Und denken Sie daran, was Ihr Baby heute ablehnt, kann es in ein paar Wochen schon gern mögen.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
Kindergesundheit-info (BZgA / Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit) – Sicher schlafen
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) – Sicherer Schlaf für mein Baby