Warum hat mein Baby Bauchschmerzen?
Bauchschmerzen, auch als Säuglingskolik bekannt, gehören in der Neugeborenen- und Säuglingszeit zu den häufigsten Beschwerden. Meist bemerken Eltern das Problem daran, dass ihr Baby weint. Oft klingt dieses Weinen anders als bei Hunger oder Müdigkeit. Dennoch bedeutet häufiges Weinen nicht automatisch, dass Bauchschmerzen dahinterstecken.
Es ist hilfreich, sich bereits in der Schwangerschaft mit den typischen Anzeichen vertraut zu machen. So können Sie mögliche Beschwerden schneller erkennen und Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt die Symptome genau schildern. Je besser Sie beobachten, desto klarer lassen sich auch kleine Veränderungen wahrnehmen.
Welche Symptome sind typisch?
Bauchkrämpfe können für Babys sehr schmerzhaft sein. Sie äußern sich häufig durch schrilles, anhaltendes Schreien.
Wenn Ihr Baby etwa eine halbe bis eine Stunde nach dem Trinken aufwacht, dabei die Beine anzieht, die Hände zu Fäusten ballt, sich stark anspannt, kann das auf Bauchschmerzen hindeuten. Lässt es sich auch auf dem Arm nicht dauerhaft beruhigen und wirkt unruhig, lohnt es sich, den Bauch vorsichtig zu prüfen. Fühlt er sich gespannt oder aufgebläht an?
Typisch sind wiederkehrende Phasen, in denen das Weinen mindestens seit einer Woche besteht, mehrmals pro Woche auftritt und jeweils mehrere Stunden andauern kann.
Die in den ersten Lebensmonaten häufig auftretenden Bauchschmerzen haben meist keine organische Ursache, sondern hängen mit funktionellen Anpassungsprozessen zusammen. Sie beginnen oft ab der zweiten Lebenswoche, erreichen ihren Höhepunkt zwischen dem zweiten und dritten Monat und klingen meist bis zum vierten Lebensmonat allmählich ab, besonders häufig treten sie in den Nachmittags- und Abendstunden auf.
Was kann krampfartige Bauchschmerzen auslösen?
Es gibt mehrere mögliche Ursachen, auch wenn eine eindeutige Diagnose oft nicht gestellt werden kann.
Ungleichgewicht der Darmflora
Nach der Geburt benötigt der Darm Zeit, um sich mit Bakterien zu besiedeln. Empfindliche Babys reagieren in dieser Phase manchmal mit Bauchschmerzen. Eine vaginale Geburt, frühes Anlegen und Stillen unterstützen die Entwicklung einer gesunden Darmflora.
Vorübergehende Laktoseintoleranz
Bis etwa zum dritten Lebensmonat kann es vorkommen, dass das Enzym Laktase noch nicht ausreichend vorhanden ist. Der Bauch wirkt gebläht, der Stuhl kann dünn, schaumig oder grünlich sein. Mit zunehmender Reifung normalisiert sich dieser Zustand meist von selbst. In manchen Fällen kann die Gabe von Laktase unterstützend wirken, nach ärztlicher Rücksprache.
Kuhmilcheiweißallergie
Nicht nur Säuglingsnahrung, auch Bestandteile der Muttermilch können bei entsprechender Empfindlichkeit Probleme verursachen. Neben Bauchschmerzen treten häufig Hautreaktionen oder Ekzeme auf.
Verstärkte Darmbewegung
Die noch unreife Darmtätigkeit kann zu vermehrter Peristaltik führen. Auch dies reguliert sich meist innerhalb weniger Monate.
Stillprobleme
Wenn Ihr Baby nicht korrekt anlegt oder sehr hastig trinkt, kann es viel Luft schlucken. Das kommt besonders bei Flaschenernährung vor. Ein sehr starker Milchspendereflex kann ebenfalls dazu führen, dass Ihr Baby zu viel Milch auf einmal aufnimmt. Wenn häufig zwischen den Brüsten gewechselt wird, kann es helfen, länger an einer Seite zu stillen, damit Ihr Baby auch die fettreichere Hintermilch erhält.

Die Ernährung der Mutter
Bestandteile der mütterlichen Ernährung gelangen in die Muttermilch. Deshalb streichen viele Mütter bei Bauchschmerzen zunächst blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohlarten oder Milchprodukte aus ihrem Speiseplan. Manchmal zeigt sich dadurch tatsächlich eine Verbesserung.
Wie können Sie Ihrem Baby helfen?
Bei Stillproblemen kann eine Stillberaterin wertvolle Unterstützung bieten. Sie hilft Ihnen dabei, die Ursachen zu erkennen und das Stillen harmonischer zu gestalten.
Sie können zunächst versuchen, stark blähende oder allergenreiche Lebensmittel vorübergehend wegzulassen und die Wirkung nach etwa acht bis zehn Tagen zu beobachten.
Eine kinderärztliche Beratung ist bei anhaltenden Beschwerden selbstverständlich sinnvoll. Es gibt Präparate, die nicht in den Blutkreislauf aufgenommen werden, sowie probiotische Produkte. Bei starken Schmerzen kann die Ärztin oder der Arzt gegebenenfalls krampflösende Mittel empfehlen. Fencheltee wird traditionell zur Linderung von Blähungen eingesetzt.
Babymassage und sanfte Bewegungseinheiten können die Gaslösung fördern und sind für viele Babys angenehm.

Wärme wirkt oft wohltuend. Ein warmes Bad kann entspannen und Krämpfe lösen. Auch eine vorsichtig angewendete Wärmflasche unter Aufsicht kann helfen.
Eine ruhige Umgebung und ausreichend Schlaf unterstützen Ihr Baby ebenfalls, auch wenn der Schlaf in dieser Phase häufig unruhig ist.
Die besonders weichen Babyschlafsäcke und Schlafoveralls von LiaaBébé sorgen durch ihre atmungsaktiven, temperaturregulierenden Materialien dafür, dass Ihr Baby sich rundum geborgen fühlt. Gerade in unruhigen Phasen ist ein angenehmes, weiches Tragegefühl besonders wichtig.
Viele Babys entspannen sich auch im Tragetuch oder in einer Babytrage, dicht am Körper der Mutter oder des Vaters.

Eine herausfordernde Zeit für Eltern
Diese Phase ist für die ganze Familie anstrengend. Es ist belastend, wenn man nicht sofort helfen kann. Die Wochen mit häufigem Schreien kosten Kraft.
Nehmen Sie Unterstützung an und gönnen Sie sich Pausen, wann immer es möglich ist.
Ist jede Bauchschmerzphase harmlos?
In seltenen Fällen können ernsthafte Ursachen vorliegen, die sofort ärztlich abgeklärt werden müssen. Warnzeichen sind:
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plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen
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dauerhaft extrem harter Bauch
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stark aufgeblähter Bauch
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Erbrechen
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Verstopfung
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kalte, schweißige Haut
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schneller, schwacher Puls
Bei solchen Symptomen suchen Sie bitte umgehend ärztliche Hilfe. Verabreichen Sie keine Schmerz- oder Krampfmittel ohne ärztliche Rücksprache.
Wichtig ist auch die Unterscheidung: Beim Weinen kann der Bauch ebenfalls hart wirken, entspannt sich jedoch wieder, sobald das Baby ruhiger wird. Ein krankhaft gespannter Bauch bleibt hingegen dauerhaft hart.
In vielen Fällen hilft Geduld. Mit zunehmender Reife des Verdauungssystems verschwinden die Beschwerden meist von selbst.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
Kinderärzte im Netz (BVKJ) – Schreibaby / Regulationsstörung (veraltet: Dreimonatskoliken): Was ist ein Schreibaby?
kindergesundheit-info.de (BZgA) – Wenn Babys viel schreien (Schreiprobleme, inkl. Bezug zu Dreimonatskoliken)