Die Entwicklung Ihres Babys Monat für Monat
Die Entwicklung Ihres Babys lässt sich in mehreren wichtigen Bereichen beobachten. Von der Motorik über die Sinneswahrnehmung und die kognitive Entwicklung bis hin zu sozialen, emotionalen und kommunikativen Fähigkeiten, all das verändert sich von Geburt an Schritt für Schritt. Viele Mütter und Väter interessiert außerdem ganz besonders, wie sich Gewicht und Körperlänge entwickeln.
In diesem Artikel schauen wir diese Bereiche kurz an, entlang einzelner Entwicklungsphasen. Wenn Ihr Kind früher geboren wurde, lässt sich das optimale Entwicklungstempo mithilfe des korrigierten Alters besser einordnen.
Schauen wir uns die einzelnen Phasen an.
Die Entwicklung Ihres Babys im ersten Monat
Der erste Monat ist vor allem vom Ankommen in einer neuen Umgebung geprägt. Viele angeborene Reflexe helfen Ihrem Baby dabei. Die Arme und Beine sind noch eher angewinkelt, dennoch kann Ihr Baby sie bereits strecken. Es bewegt Körperteile noch nicht unabhängig voneinander, Hände und Beine arbeiten oft gleichzeitig. Den Kopf kann es zu beiden Seiten drehen.
Ihr Baby beobachtet Licht, Geräusche und Gesichtsausdrücke. Es lernt über ein angeborenes Nachahmen, noch nicht bewusst gesteuert. In der Kommunikation steht zunächst das Weinen im Vordergrund. Das Gefühl von Geborgenheit, das es aus der Schwangerschaft kennt, können Sie unterstützen, indem Sie Ihr Baby häufig auf den Arm nehmen und mit ihm sprechen. Körperkontakt ist für eine gesunde seelische Entwicklung sehr wichtig. Aus dieser Sicherheit heraus beginnt Ihr Baby nach und nach, neugierig in die Welt zu schauen.
Neugeborene erkennen die Stimme ihrer Mutter sehr leicht, später können sie auch andere häufig gehörte Stimmen unterscheiden. Das Sehen ist noch nicht scharf, Farben und Details werden erst in den kommenden Wochen zunehmend besser erkannt.
1 bis 2 Monate

In dieser Zeit ist Ihr Baby noch nicht sehr lange am Stück wach. Wenn es wach ist, versucht es sich zu bewegen, oft als Reaktion auf Reize von außen. Den Kopf hebt es bereits für kurze Momente an. Häufig reagiert es noch mit dem ganzen Körper. Die Finger sind meist noch gebeugt. Mit dem Greifreflex kann es Dinge festhalten, die seine Handfläche berühren.
Schon im Bauch haben Haut, Körperwahrnehmung und Gleichgewichtssinn gut funktioniert. Deshalb sind Berührung, Streicheln, Kuscheln und sanftes Wiegen so bedeutsam. Das ist gleichzeitig ein wichtiger Kommunikationsweg mit Ihnen. Bald reagiert Ihr Baby darauf auch mit Lauten.
Gegen Ende des 2. Monats zeigt sich oft das erste bezaubernde soziale Lächeln, nicht mehr nur als Nachahmung, sondern deutlich an die Eltern gerichtet. Ihr Baby spürt, dass das Zusammensein schön ist.
Es mag helle, bewegte Dinge und vor allem menschliche Stimmen.
2 bis 4 Monate
Ab etwa zwei Monaten werden die Bewegungen zunehmend willentlich, und Ihr Baby entdeckt seine eigenen Hände. Symmetrische Bewegungen werden typischer, die Muskulatur kräftigt sich. Mit vier Monaten stützt sich Ihr Baby in Bauchlage auf den Armen ab. Die Hand Auge Koordination ist ein wichtiger Schritt, damit es Spielzeug gezielt erreichen kann.
Ihr Baby hört immer mehr auf seine eigene Stimme und merkt allmählich, dass es nicht jeden Ton jederzeit beachten möchte. Bis zum Ende des 4. Monats bewegen sich die Augen meist parallel. Hilfreich sind Gegenstände in der Nähe, die Ihr Baby anschauen, anvisieren und greifen kann.
Das Brabbeln geht weiter, Ihr Baby probiert viele Laute aus. Es imitiert Erwachsene, aber auch sich selbst. Es lächelt zurück, antwortet mit Lauten und versucht, Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
4 bis 6 Monate

In diesem Alter verschwinden viele frühe Reflexe, zum Beispiel Greif, Such und Schreitreflex. Neu ist, dass Ihr Baby seine Füße greifen und auch zum Mund führen kann. In Bauchlage stützt es sich stabil ab, bald auch mit gestreckten Ellbogen. Um den 4. Monat dreht es sich häufig vom Rücken auf die Seite, mit etwa 6 Monaten dann von Bauch auf Rücken und wieder zurück.
Ihr Baby beginnt zu verstehen, dass Dinge weiter existieren, auch wenn es sie gerade nicht sieht. Es entdeckt, was man mit Gegenständen machen kann, und gibt sie von einer Hand in die andere.
Beim Zuhören erkennt Ihr Baby bereits die Satzmelodie. Um den sechsten Monat nutzt es überwiegend die Laute seiner Muttersprache, und nach und nach zeigt sich ein differenzierteres Babbeln, nicht nur einzelne Töne, sondern Tonfolgen. Es ist wichtig, dass Ihr Baby verschiedene menschliche Stimmen hört und unterscheiden lernt.
Auch die Bindung wird sichtbarer. Sie richten Ihre Aufmerksamkeit gemeinsam auf einen Gegenstand, Ihr Baby reagiert zurück und steuert mit seinen Signalen mit.
6 bis 9 Monate
Das ist eine besonders spannende Zeit. Ihr Baby bewegt sich immer bewusster, sammelt viele Erfahrungen und wird Schritt für Schritt selbstständiger. Es setzt sich auf, geht in eine halb sitzende Position oder kommt auf alle Viere. Sicheres Sitzen ist ein wichtiger Meilenstein, weil beide Hände nun frei werden. Es robbt und krabbelt. Die Motivation wächst. Kleine Dinge kann es mit den Fingern gezielt greifen. Es entdeckt Abstand, Tiefe und Details. Es macht gern Geräusche, erkennt seinen Namen zwischen anderen Stimmen und beginnt, einfache Bewegungen von Erwachsenen nachzuahmen.
Das Brabbeln wird strukturierter, Laute werden bewusster aneinandergereiht, zum Beispiel papapa. Gemeinsames Spielen ist in dieser Phase besonders wertvoll, weil Ihr Baby dabei immer besser lernt, sich selbst zu steuern.
Um die Zeit um den sechsten Monat wird neben den Saugbewegungen auch das Lernen von Kauen und Beißen wichtig, ebenso Essen mit dem Löffel und Trinken aus dem Becher. Ihr Baby erkennt Mahlzeiten und wartet darauf.
9 bis 12 Monate
Die motorische Entwicklung zeigt jetzt oft sehr sichtbare Veränderungen. Ihr Baby robbt und krabbelt, versucht sich aufzurichten, und gegen Ende der Phase zieht es sich hoch und steht. Es kniet häufig, verlagert im Stand das Gewicht von einem Bein auf das andere und beginnt daraus heraus seitlich zu gehen. Es spielt nicht mehr nur mit einem Spielzeug, sondern mit mehreren und möchte sie miteinander in Beziehung setzen, zum Beispiel gegeneinander schlagen. Nach Gegenständen greift es zunehmend sicher.
Das Aufrichten verändert den Blick auf die Welt. Ihr Baby bewegt sich mutiger und nimmt Details genauer wahr.
Es wirft gern Dinge, räumt aus, sucht Gegenstände. Gefühle zeigt es stärker über Mimik oder Armbewegungen. Fremden gegenüber wird es zurückhaltender, oft ist das der Beginn einer ersten Unsicherheit. Auch das Weggehen und Wiederkommen der Eltern kann es verunsichern.
Es bildet Lautfolgen, die noch keine echten Wörter sind, nutzt sie aber häufig. Einfache Fragen versteht es und reagiert darauf.
12 bis 18 Monate
Bevor Ihr Baby frei läuft, übt es meist erst das selbstständige Stehen. Oft gelingt das zwischen zwei stabil wirkenden Personen oder Gegenständen. Beim freien Gehen lernt es dann loszulaufen, zu drehen, anzuhalten und Hindernissen auszuweichen.
Es räumt Regale aus und erkundet Gegenstände. Es lernt, wofür Dinge da sind. Es stapelt, steckt kleinere Teile in größere hohle Gegenstände und entdeckt dabei Größen und Formen. Häufig rührt es Eltern besonders, wenn es kleine Flecken auf dem Teppich bemerkt oder vertraute Dinge auf Fotos wiedererkennt.
In der Kommunikation werden aus dem Babbeln zunehmend erkennbare Wörter, der Wortschatz wächst. Gefühle zeigt Ihr Kind auch im Spiel, zum Beispiel indem es ein Kuscheltier umarmt. Es kann Körperteile erkennen und lernen.
Es mag Musik, summt und genießt gemeinsames Singen und Reime.
Die Selbstständigkeit steht klar im Vordergrund. Wickeln kann anstrengender werden, weil Ihr Kind das Liegen oft nicht mehr mag. Beim Essen löffelt es gern selbst, auch wenn das noch nicht zuverlässig genug ist, um wirklich satt zu werden, Ihre Unterstützung bleibt daher wichtig.
Schaukeln liebt es häufig sehr, ebenso bewegte Dinge zu beobachten. Die Sprache kann noch wie Kauderwelsch wirken, mit einzelnen echten Wörtern. Wenn Sie Wörter klar und deutlich aussprechen, lernt Ihr Kind besonders gut.
Die Gewichtszunahme Ihres Babys
Eine der wichtigsten Möglichkeiten, zu Hause die Entwicklung im Blick zu behalten, ist das regelmäßige Wiegen. Zu Beginn wöchentlich, später alle zwei Wochen und dann monatlich. Nach der Geburt ist ein natürlicher Gewichtsverlust normal. Diese physiologische Abnahme liegt oft bei etwa 100 bis 150 Gramm und wird innerhalb von 10 bis 15 Tagen wieder aufgeholt. Grund ist die Umstellung nach der Geburt und dass am Anfang noch weniger Milch getrunken wird.
Richtwerte
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Mit 1 Monat: plus 800 bis 1000 Gramm im Vergleich zum Geburtsgewicht, meist mit 150 bis 200 Gramm pro Woche
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Mit 3 Monaten: 5100 bis 7900 Gramm
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Mit 6 Monaten: 6300 bis 9800 Gramm
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Mit 12 Monaten: 7800 bis 11800 Gramm
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Mit 2 Jahren: 10,3 bis 15,3 kg, in diesem Alter zeigen sich häufiger Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen

Die Zunahme kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein, deshalb lassen sich keine Werte fest für alle festlegen. Auffällig kann es aber sein, wenn innerhalb von zwei Wochen gar kein Zuwachs messbar ist oder sogar ein Rückgang. Dann ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Die Entwicklung der Körperlänge Ihres Babys
Die Körperlänge eines Neugeborenen liegt häufig um 50 bis 51 cm. Im ersten Lebensjahr wird bei Kontrollen oft ein deutliches Wachstum sichtbar. Die Längenentwicklung wird von genetischen Faktoren beeinflusst, ebenso von Belastungen in der Schwangerschaft, die das Wachstum beeinträchtigen können, zum Beispiel Rauchen, Alkoholkonsum oder eine eingeschränkte Plazentafunktion. Deshalb ist vor allem das Wachstumstempo wichtig, um zu erkennen, wenn es nicht passend verläuft.

Im Durchschnitt wächst Ihr Baby etwa 2 cm pro Monat, in den ersten drei Monaten besonders deutlich. Mit einem Jahr erreicht es häufig etwa 75 cm.
Auch wenn Werte und Meilensteine individuell abweichen können, lohnt es sich, sie als Orientierung zu nutzen. So fällt eher auf, wenn etwas deutlich vom Üblichen abweicht, und Sie können rechtzeitig Unterstützung durch Fachpersonen einholen.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
kindergesundheit-info.de (BZgA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) - Gewichtsentwicklung des Babys
Robert Koch-Institut (RKI) – KiGGS Referenzperzentile (PDF)