Ihr Baby schläft oft besser, wenn es eher kühl ist
Viele Eltern fragen sich, bei welcher Zimmertemperatur ihr Baby schlafen sollte. Die Meinungen gehen dabei auseinander. Manche holen sich Rat bei der Hebamme oder beim Kinderarzt, lesen Empfehlungen nach und versuchen, die Umgebung möglichst optimal zu gestalten.
Andere verlassen sich stärker auf ihr eigenes Gefühl, lassen die Temperatur in einem größeren Bereich schwanken und passen die Kleidung ihres Kindes an.
Wir möchten diese Frage so beantworten, dass beide Seiten etwas damit anfangen können. Denn es gibt Eltern, die klare Regeln mögen, und andere, die sich eher an ihrer Wahrnehmung orientieren. Und manchmal ist es auch schlicht nicht möglich, die Wohnungstemperatur gut zu regulieren. Dann braucht es praktische Lösungen, um trotzdem ein angenehmes Schlafklima zu schaffen.
20 bis 22 Grad gelten als gute Schlaftemperatur für Babys
Tagsüber ist meist eine Temperatur angenehm, die auch für Erwachsene komfortabel ist. Für den Schlaf wird jedoch häufig ein etwas kühlerer Bereich empfohlen, etwa 20 bis 22 Grad, nicht kalt, nur angenehm frisch. Denn in kühlerer Luft kann Schlaf oft erholsamer sein.
Bei niedrigeren Temperaturen lassen sich Schwitzen, Aufwachen und häufiges nächtliches Wachwerden eher vermeiden. Das kennen viele von sich selbst.
Der Körper folgt im Schlaf einem Rhythmus: Abends, beim Einschlafen, kühlt er eher ab, gegen Morgen und in den frühen Stunden wird er wieder wärmer. Ab etwa dem 3. Lebensmonat wird dieser Rhythmus beim Baby regelmäßiger, ähnlich wie bei Erwachsenen. Ist das Zimmer zu warm, kann Ihr Baby in der morgendlichen Erwärmungsphase leicht ins Schwitzen kommen, und der Schlaf kann unruhiger werden.
Ist es im Zimmer zu warm, schläft oft die ganze Familie schlechter ein, und die Schlafqualität nimmt ab. Zu kalte Luft hingegen kann die Durchblutung der Extremitäten reduzieren, der Körper kühlt stärker aus und der Schutz der Schleimhäute kann nachlassen. Dann können Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten leichter auftreten.
Neugeborene haben ein anderes Temperaturbedürfnis
Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht gut selbst regulieren und Umwelteinflüsse weniger ausgleichen. In den ersten Wochen ist deshalb oft eine etwas wärmere Raumtemperatur sinnvoll, ungefähr 22 bis 24 Grad, etwa bis zum Alter von einem Monat. Achten Sie in dieser Zeit auch darauf, Ihr Baby entsprechend wärmer anzuziehen.
Was tun, wenn sich die Wohnungstemperatur nicht gut regulieren lässt?
Wenn Sie die Heizung nicht gut steuern können und im Winter dauerhaft 23 bis 24 Grad in der Wohnung herrschen, lässt sich die Luft mit ein paar Maßnahmen etwas abkühlen. Eine häufige, allerdings wenig sparsame Methode ist, Fenster dauerhaft gekippt zu lassen, damit kühlere Luft von draußen wirkt.
Der Vorteil: Die Wohnung bekommt frische Luft, vorausgesetzt, die Lage ist nicht stark verkehrsreich oder sehr staubig. So lässt sich eine gleichmäßigere, angenehmere Temperatur eher halten. Öffnen Sie das Fenster jedoch nicht so, dass kalte Luft direkt auf Ihr Baby trifft. Besser ist ein Raum, aus dem die kühlere Luft sanft ins Babyzimmer strömen kann.
Viele Wohnungen haben inzwischen Klimageräte, die eine gleichmäßigere Temperatur ermöglichen. Manche reagieren darauf empfindlich, daher ist es gut, wenn das Gerät möglichst weit vom Babybett entfernt ist.
Egal welche Methode Sie nutzen: Achten Sie darauf, dass Ihr Baby keinen Zug bekommt und keine kalte Luft direkt auf ihn oder sie gerichtet ist.
Frühling und Herbst, wenn noch nicht geheizt wird
Schwierig wird es manchmal, wenn es tagsüber wärmer ist als in der Nacht. Das passiert häufig im Frühling und Herbst bei starken Temperaturschwankungen. Auch in Wohnungen mit Holz- oder Mischheizung kann es im Winter ähnlich sein: Abends steigt die Temperatur durch das Heizen stark an, nachts kühlt es dann wieder schneller ab.
Wenn Sie entscheiden können, wann und wie Sie nachts heizen, lässt sich die Temperatur gut steuern. Wenn das nicht möglich ist, hilft oft vor allem Kleidung, kombiniert mit etwas Lüften am Abend.
Eine Mutter hat uns dazu einen einfachen Tipp für Nächte gegeben, in denen es abends warm ist und gegen Morgen abkühlt:
„Ich habe mein Kind abends im Schlafoverall & Strampler schlafen gelegt und den Babyschlafsack schon geöffnet am Wickelplatz bereitgelegt. Nachts, beim Aufwachen zum Füttern, habe ich mein Baby in den Babyschlafsack gelegt und danach so wieder hingelegt. So hat es gegen Morgen nicht gefroren, wenn die Luft im Zimmer kühler wurde.“
Temperaturunterschiede zwischen den Räumen
Wenn möglich, stellen Sie die Temperaturen in den Räumen, in denen sich Ihr Baby aufhält, so ein, dass die Unterschiede nicht zu groß sind. Besonders plötzliche Kälte kann belasten. Auch Luftbewegung und Zuggefühl werden oft stärker wahrgenommen, wenn benachbarte Räume sehr unterschiedlich warm sind. Wählen Sie für Ihr Baby einen Platz ohne starke Luftströmung, ohne störenden Zug und nicht direkt unter einer Klimaanlage.
Ihr Baby passend zum Schlaf anziehen

Weil das Thema Schlafkleidung so wichtig ist, haben wir dazu einen eigenen Artikel geschrieben, den wir Ihnen gern empfehlen. Darin erfahren Sie, wie die Temperaturregulation bei Babys funktioniert, was als normal gilt, wie sich die Körpertemperatur nachts verändert und woran Sie erkennen, ob Ihrem Baby zu kalt oder zu warm ist.
Luftfeuchtigkeit

Weil Luftfeuchtigkeit und Temperatur zusammenhängen, lohnt es sich, auch darüber zu sprechen. Für gesunde Erwachsene gelten oft 40 bis 60 Prozent als angenehm. Bei Kindern wird dieser Wert hier höher genannt, 60 bis 70 Prozent. Luftfeuchtigkeit beeinflusst das Wärmegefühl: Bei höherer Feuchte wirkt die Luft wärmer, bei niedrigerer kühler.
Warum ist zu niedrige Luftfeuchtigkeit ungünstig?
Schleimhäute können leichter austrocknen. Das kann zu Reizungen führen, zum Beispiel Kratzen im Hals, trockene Augen, trockener Mund oder trockener Husten. Wenn die Schleimhäute nicht gut schützen, kann ein Baby leichter krank werden.
Aber auch hier gilt: keine Extreme.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Vermehrung von Keimen sowie Schimmel und muffige Luft, besonders in älteren Gebäuden.

So finden Sie einen guten Wert
Wenn nötig, können Sie befeuchten, zum Beispiel über aufgehängte Wäsche. Achten Sie dabei auf das Waschmittel: Waschmittel und Weichspüler enthalten oft synthetische Stoffe. Beim Trocknen können sich davon Bestandteile in der Raumluft verteilen, und diese Luft atmet die ganze Familie täglich ein.
Hier wird empfohlen, Waschmittel mit möglichst natürlichen Inhaltsstoffen zu wählen und Weichspüler durch Essig zu ersetzen, der desinfizieren, weicher machen und Frische geben kann.
Wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, helfen regelmäßiges Lüften oder ein Entfeuchter, um die Werte zu verbessern.
Wussten Sie das?
Empfehlungen zur Schlaftemperatur können je nach Kultur unterschiedlich sein. In manchen europäischen Ländern gelten 18 bis 19 Grad als ideal. In nördlichen Regionen sind viele Familien an kühlere Temperaturen gewöhnt, und Babys schlafen dort teilweise auch draußen im Kinderwagen in kühler Luft. Für sie ist das ganz selbstverständlich.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
kindergesundheit-info.de - Die richtige Schlafumgebung für das Baby