Was tun, wenn Sie erste Anzeichen einer Schwangerschaft bemerken?
Man könnte sagen: Wenn frühe Schwangerschaftsanzeichen auftreten, tun Sie dies oder das. Aber das würde klingen, als würden wir über eine Krankheit sprechen. Dabei ist Schwangerschaft natürlich etwas ganz anderes. Sie ist ein natürlicher, besonderer Zustand, auch wenn er manchmal mit kleinen Unannehmlichkeiten verbunden sein kann.
Wenn wir aufgeregt darauf warten, ob sich ein Baby eingenistet hat oder nicht, achten wir plötzlich auf jedes kleine Signal. Viele durchforsten das Internet, um möglichst früh Gewissheit zu bekommen, noch bevor ein Test oder die Ärztin bzw. der Arzt es bestätigen kann. Das ist verständlich, wenn man so sehr hofft.
In diesem Überblick helfen wir Ihnen, sich in der Informationsflut besser zurechtzufinden. Wir schauen uns frühe Anzeichen an, weitere Begleiterscheinungen im Verlauf und auch, was Sie wann sinnvoll tun können. Außerdem sprechen wir darüber, wie Sie belastende oder riskante Situationen möglichst vermeiden können.
Anzeichen von Befruchtung und Einnistung
In den ersten Tagen geht es vor allem darum, dass die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter wandert und sich einnistet. Häufig spürt man davon gar nichts.
Manchmal können jedoch stechende Unterbauchschmerzen rund um die Einnistung auftreten. Das kann allerdings auch ein Zeichen sein, dass die Periode bevorsteht, oder es kann auf eine Harnwegsinfektion hindeuten. Ein typischer Hinweis bei einer Harnwegsinfektion ist, dass auch das Wasserlassen schmerzhaft sein kann.
Auch eine leichte Schmierblutung kann die Einnistung begleiten. Das wird manchmal mit dem Beginn der Menstruation verwechselt, allerdings folgt darauf normalerweise keine starke Blutung.
Bei manchen Frauen kommt eine leichte Temperaturerhöhung dazu, die aber genauso gut durch einen milden Infekt ausgelöst werden kann.
Es gibt auch Frauen, die das Gefühl haben, sie „merken“ eine Schwangerschaft sehr früh, noch bevor man etwas nachweisen kann. Wenn Sie das nicht so empfinden, ist das ebenfalls völlig in Ordnung, das sagt nichts darüber aus, wie Ihre Bindung zu Ihrem Kind später sein wird.
All diese Zeichen sind also noch unsicher und lassen sich leicht mit anderen Ursachen verwechseln.
Wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, ist es sinnvoll, Alkohol, andere belastende Getränke und Speisen sowie Rauchen zu vermeiden. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann ein Schwangerschaftstest sinnvoll ist
Die heutigen Schwangerschaftstests weisen das HCG-Hormon nach, das vom Embryo und später von der Plazenta gebildet wird und auch im Urin nachweisbar ist.
Testen Sie am besten einige Tage nach dem Ausbleiben der Periode. Wie viele Tage genau, richtet sich nach der Anleitung des jeweiligen Tests.
Am geeignetsten ist der erste Morgenurin, weil der HCG-Wert darin meist am höchsten ist.
Wenn der Test negativ ist, die Blutung aber weiterhin ausbleibt, wiederholen Sie den Test nach ein paar Tagen.
Ist der Test positiv, vereinbaren Sie einen Termin in der gynäkologischen Praxis. Beim Anruf nennen Sie den ersten Tag Ihrer letzten Periode. Daraus lässt sich ungefähr einschätzen, wie weit die Schwangerschaft ist und wann ein Ultraschall sinnvoll ist.

Am sichersten bestätigt es die ärztliche Untersuchung, wenn später auch Herztöne sichtbar sind.
Weitere Schwangerschaftsanzeichen
Mit der Zeit können sich mehr Veränderungen zeigen. Bei manchen früher, bei anderen später. Hier sind 10+1 häufige Anzeichen:
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Spannungsgefühl in der Brust: Durch hormonelle Umstellungen können die Brüste empfindlicher werden, spannen oder sich vergrößern. Auch die Brustwarzen können dunkler wirken.
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Heißhunger oder Abneigung: Bestimmte Speisen werden plötzlich stark gewünscht, andere lösen deutlichen Ekel aus. Gerüche können intensiver wahrgenommen werden, manche haben das Gefühl, ihr Geruchssinn sei viel „schärfer“ als sonst. Auch Geschmäcker können sich verändern.
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Übelkeit und Erbrechen: Häufig vor allem in den ersten 12 Wochen, oft ab der 6. bis 8. Woche, bei manchen auch länger. Bei einigen gar nicht, bei anderen sehr stark. Wichtig ist, Flüssigkeit und Mineralstoffe gut zu ersetzen. Übelkeit ist bei vielen morgens stärker, bei anderen eher abends, bei manchen den ganzen Tag. Die Beschwerden hängen oft mit einem erhöhten Progesteronspiegel zusammen, der die Verdauung verlangsamt und die Schwangerschaft unterstützen soll. Wenn Sie keine Übelkeit haben, bedeutet das nicht, dass etwas nicht stimmt.
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Verstopfung und Blähungen: Durch die langsamere Verdauung kann das auftreten. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse können unterstützen. Manche nutzen auch Flohsamenschalen.
Wenn Sie mehrmals täglich erbrechen oder das Gefühl haben, kaum etwas bei sich behalten zu können, brauchen Sie ärztliche Hilfe, um eine Austrocknung zu vermeiden. -
Erschöpfung: Der Körper richtet viel Energie auf die Versorgung des Babys aus, deshalb ist Müdigkeit sehr häufig. Das ist keine Schwäche, sondern ein natürlicher Prozess.

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Stimmungsschwankungen: Viele sind sensibler. Guttun können ruhige Dinge, die auftanken lassen, ein Buch, ein Film, Musik, ein Spaziergang oder ein gutes Gespräch. Wenn es nicht gelingt, immer „positiv“ zu sein, ist das auch in Ordnung. Gefühle dürfen da sein.
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Häufigerer Harndrang: Mit wachsendem Bauch steigt der Druck auf die Blase, zusätzlich nimmt durch die stärkere Durchblutung oft auch die Urinmenge zu.
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Kurzatmigkeit: Eher in späteren Phasen, wenn Bewegung anstrengender wird. Dann helfen oft Tempo reduzieren, Pausen, ruhig atmen und entspannen. Wenn Sie das Gefühl haben, es könnte gesundheitlich bedingt sein, holen Sie ärztliche Hilfe, auch Ihr Baby braucht ausreichend Sauerstoff.
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Kopfschmerzen: Kommen vor. Es kann sinnvoll sein, den Blutdruck zu prüfen. In der Schwangerschaft kann er leichter ansteigen. Wenn Werte deutlich höher als sonst sind, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nehmen Sie Medikamente nur nach Rücksprache und nur solche, die in der Schwangerschaft als geeignet gelten.
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Mehr Ausfluss: Die Menge kann zunehmen, das ist oft unproblematisch. Wenn der Ausfluss jedoch unangenehm riecht, gelblich, bräunlich oder grünlich wirkt oder Juckreiz dazukommt, wenden Sie sich an eine gynäkologische Praxis. Das kann auf eine Infektion hinweisen. Achten Sie auf gute Hygiene. Wenn Sie zu Infektionen neigen, kann Duschen statt Baden sinnvoll sein. Viele wählen außerdem milde, pH-geeignete Intimreinigung statt normalem Duschgel oder Seife.
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Verstopfte Nase: Gerade in Erkältungszeiten kann das besonders lästig sein. Ein Salzspray kann entlasten.
Was tun, wenn sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert?
Viele erleben in der Schwangerschaft, dass sie Infekte leichter „mitnehmen“. Das Immunsystem kann anders reagieren. Außerdem können das Risiko für Insulinresistenz und hohen Blutdruck steigen. Auch die Schilddrüsenfunktion kann sich verändern.
Ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes gehört zur Vorsorge, Blutdruck wird ebenfalls kontrolliert. Wenn Sie zu Hause das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In vielen Fällen gibt es gute Lösungen, wenn man früh hinschaut.
Was tun, wenn sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert?
Viele erleben in der Schwangerschaft, dass sie Infekte leichter „mitnehmen“. Das Immunsystem kann anders reagieren. Außerdem können das Risiko für Insulinresistenz und hohen Blutdruck steigen. Auch die Schilddrüsenfunktion kann sich verändern.
Ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes gehört zur Vorsorge, Blutdruck wird ebenfalls kontrolliert. Wenn Sie zu Hause das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In vielen Fällen gibt es gute Lösungen, wenn man früh hinschaut.

Wenn keine Bettruhe angeordnet wurde, bauen Sie Spaziergänge oder sanfte Bewegung ein. Besonders angenehm können Schwangerschaftsgymnastik oder Schwangerschaftsyoga sein.
Machen Sie sich wegen kleiner Zeichen nicht verrückt, nehmen Sie sie aber auch nicht auf die leichte Schulter. Bereiten Sie sich mit Freude auf Ihr Baby vor. Am Anfang wissen Sie vielleicht noch nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, trotzdem macht es vielen schon jetzt Freude, in Gedanken durch die Baby-Erstausstattung zu gehen.
Wenn Sie die Kleidung später aussuchen, achten Sie nicht nur auf das Aussehen, sondern auch darauf, dass die Materialien hochwertig und für Ihr Baby komfortabel sind. Das kann sich auch auf Schlaf und Stimmung auswirken.
Wenn Sie nicht jedes Teil einzeln zusammensuchen möchten, gibt es auch Sets aus extraweichen Bambusmaterialien.
Haben Sie in Ihrer Schwangerschaft schon einmal ein ungewöhnliches Symptom erlebt? Wenn Sie möchten, erzählen Sie es uns gern in den Kommentaren.
Verfasst von Katalin Gyenes
Quellen:
gesundheitsinformation.de (IQWiG) - Schwangerschaft
familienplanung.de - Schwangerschaftstest