Ist eine Menstruation in der Schwangerschaft normal?
Während einer Schwangerschaft kann keine echte Menstruation auftreten. Wenn Sie als Schwangere eine Blutung bemerken, hat sie immer eine andere Ursache.
Diese Frage taucht meist in zwei Situationen auf: Zum einen, wenn Sie sich sehr ein Baby wünschen und trotz einer Blutung um den gewohnten Zeitpunkt herum hoffen, dass eine Schwangerschaft entstanden ist, besonders wenn die Blutung etwas später kommt oder schwächer ausfällt. Zum anderen, wenn bereits eine Schwangerschaft bestätigt wurde und dann Blutungen oder bräunliche Schmierblutungen auftreten.
Wichtig ist: Bei jeder Blutung in der Schwangerschaft, egal ob hellrot, rot, braun oder zart rosé, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Häufig ist die Ursache harmlos, zum Beispiel eine empfindliche Stelle am Gebärmutterhals. Es kann aber auch hormonelle Gründe oder andere Veränderungen geben, die medizinisch abgeklärt und, wenn nötig, rasch behandelt werden sollten.
Warum kann es in der Schwangerschaft zu Blutungen kommen?
Blutungen können in jedem Trimester auftreten. Sie machen vielen Schwangeren große Angst, andere nehmen sie eher auf die leichte Schulter. In sehr vielen Fällen entwickelt sich trotz leichter Blutung eine gesunde Schwangerschaft, trotzdem ist es wichtig, die Ursache abklären zu lassen.
Blutungen im 1. Trimester

Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft stressen schon kleine Blutungen viele Frauen. Das kommt relativ häufig vor und bedeutet oft kein ernstes Problem. Wenn geronnenes Blut abgeht, kann das sehr erschreckend sein. Es kann jedoch dadurch entstehen, dass eine leichte Blutung langsam abfließt, sich sammelt und dann auf einmal abgeht. Was genau dahintersteckt, kann nur eine ärztliche Untersuchung sicher klären. Falls notwendig, kann die Ärztin oder der Arzt eine passende Behandlung empfehlen.
- Eine Blutung im Zusammenhang mit der Einnistung gilt als harmlos und kann etwa 10 bis 14 Tage nach der Befruchtung auftreten. In dieser Zeit nistet sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ein. Da die Schwangerschaft oft noch nicht bekannt ist, wirkt diese leichte Blutung nicht besonders bedrohlich, zumal sie häufig in die Zeit fällt, in der die nächste Periode erwartet würde. So kann es passieren, dass eine Frau sie für eine Menstruation hält und frühe Untersuchungen dadurch verzögert.
- Veränderungen oder Infektionen am Gebärmutterhals können ärztlich festgestellt werden. Eine Behandlung ist wichtig, damit sich Erreger nicht nach oben ausbreiten. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr können ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass der Bereich des Gebärmutterhalses empfindlich ist oder Veränderungen vorliegen.
- Bei einer Eileiterschwangerschaft entwickelt sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter. Das kann lebensgefährlich werden.
- Blutung zusammen mit Unterbauchkrämpfen kann auf eine drohende Fehlgeburt hinweisen.
Blutungen im 2. und 3. Trimester
In dieser Phase sollten Blutungen besonders ernst genommen werden, weil sie auf Situationen hinweisen können, die mehr Risiko bedeuten.
- Auch hier können Veränderungen oder Infektionen am Gebärmutterhals Blutungen auslösen.
- Überanstrengung oder eine mechanische Reizung des Gebärmutterhalses, zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr oder nach einer vaginalen Untersuchung, kann ebenfalls eine leichte Blutung verursachen. Ärztinnen und Ärzte weisen darauf oft im Rahmen der Untersuchung hin.
- Auch eine spontan einsetzende Fehlgeburt vor der 24. Woche kann mit Blutung einhergehen.
- Wenn sich der Gebärmutterhals zu früh öffnet, kann das zu einer Frühgeburt führen.
- Bei einer drohenden Frühgeburt treten leichte Blutungen oft zusammen mit Kontraktionen auf, die sich auch als Rückenschmerzen zeigen können.
- Wenn sich die Plazenta von der Gebärmutterwand zu lösen beginnt, muss das nicht immer mit einer frischen Blutung verbunden sein. Manchmal zeigt es sich nur als bräunliche Schmierblutung mit Schmerzen. Das ist eine ernste Situation.
- Die Plazenta kann auch nahe am Gebärmutterhals liegen oder ihn teilweise bedecken. Das kann eine vaginale Geburt verhindern und zu plötzlich auftretenden, stärkeren Blutungen führen.
- Das Aufreißen einer Narbe nach einem früheren Kaiserschnitt kann starke Schmerzen und Blutung verursachen und ist ebenfalls lebensgefährlich.
Neben diesen Gründen gibt es weitere Möglichkeiten. Auch die kleinste Blutung oder ein bräunlicher Fleck sollte ernst genommen werden. Zögern Sie nicht, ärztliche Hilfe zu holen, denn selbst ohne weitere Beschwerden kann es ein frühes Zeichen für ein Problem sein, bei dem rasch geholfen werden kann. Beobachten Sie genau, wann die Blutung begonnen hat und wie sie aussieht, damit Sie es präzise beschreiben können.
Wenn Sie die Situation als schwerwiegend einschätzen, Ihnen schwindlig ist, Sie starke Krämpfe haben, die Blutung stark ist oder Ihre Schwangerschaft grundsätzlich als risikoreich gilt, rufen Sie 112 und fordern Sie Hilfe an.
Wie wird die Ursache einer Blutung abgeklärt?

Die Ärztin oder der Arzt untersucht Sie, je nach Situation, manuell, mit einem Spekulum sowie mittels vaginalem oder abdominalem Ultraschall. Dabei werden die Blutungsmenge und die wahrscheinliche Herkunft beurteilt. Ergänzend können Laborwerte oder weitere bildgebende Untersuchungen sinnvoll sein.
Warum kann es keine echte Menstruation in der Schwangerschaft geben?
Menstruationsblut entsteht, weil sich die Gebärmutterschleimhaut ablöst. In einer Schwangerschaft passiert das nicht. Es kann höchstens zu kleinen Schmierblutungen kommen. Deshalb spricht man bei bestehender Schwangerschaft nicht von einer echten Menstruation, sondern von Blutungen anderer Ursache.
Auch bräunliche Schmierblutung ist eine Blutung
Braune Verfärbungen entstehen, wenn Blutbestandteile mit Luft in Kontakt kommen. Das deutet darauf hin, dass seit dem Austritt des Blutes etwas Zeit vergangen ist, bis es sichtbar wurde. Auch bräunlicher Ausfluss ist daher eine Form von Blutung, meist in kleiner Menge, aber er verdient Aufmerksamkeit.
Hämorrhoiden können täuschen
Nicht jede Blutung kommt aus der Gebärmutter. Hämorrhoidenblutungen können gerade beim Toilettengang plötzlich erschrecken. Viele Schwangere haben so etwas zuvor nie erlebt und bemerken erst in der Schwangerschaft entzündete oder blutende Hämorrhoiden. Nach der Geburt bildet sich das oft zurück. Wenn Beschwerden bleiben, ist eine Abklärung bei einer proktologischen Fachpraxis sinnvoll.
Kann man Blutungen vorbeugen?
Eine gynäkologische Untersuchung vor einer geplanten Schwangerschaft kann manche Veränderungen früh erkennen, die später Blutungen begünstigen können, zum Beispiel im Bereich des Gebärmutterhalses.

In der Schwangerschaft ist es sinnvoll, Überanstrengung zu vermeiden. Viele Sportarten sind grundsätzlich möglich, achten Sie dabei jedoch darauf, was Ihr Körper gewohnt ist und wie intensiv die Belastung ist. Beginnen Sie in dieser Zeit nicht mit einer völlig neuen, sehr fordernden Sportart. Bei Unsicherheiten, besonders bei möglichen Risiken, ist es hilfreich, den Rat der behandelnden Ärztin oder des Arztes einzuholen. Oft hört man den Satz, dass Schwangerschaft keine Krankheit ist. Das stimmt, trotzdem erfordert sie Aufmerksamkeit und in manchen Situationen auch Schonung.
Gelegentlich kann es nach dem Geschlechtsverkehr zu Schmierblutungen kommen. Es gibt außerdem Situationen, in denen Ärztinnen und Ärzte vorübergehend vom Geschlechtsverkehr abraten, zum Beispiel wenn die Plazenta nahe am Muttermund liegt. Das kann sich im Verlauf der Schwangerschaft auch wieder verändern. Im dritten Trimester kann zur Verringerung von Infektionsrisiken die Verwendung eines Kondoms empfohlen werden.
Nicht jede Blutung lässt sich verhindern, da sich im Verlauf der Schwangerschaft Veränderungen ergeben können, die solche Symptome auslösen.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
Gesundheitsinformation.de (IQWiG) – Schwangerschaft
BIÖG / familienplanung.de (korábban BZgA) – Blutungen und Schmierblutungen in der Schwangerschaft