Wie können Sie mit Trennungsangst umgehen?
In den ersten Lebensmonaten erlebt ein Baby die Beziehung zu seiner Mutter noch als sehr enge Einheit. Für Ihr Baby ist es ganz natürlich, dass Mama immer in der Nähe ist. Es kann sich selbst noch nicht als getrennt von dieser sicheren, vertrauten Nähe wahrnehmen. Diese Zeit ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Bindung, denn Ihr Kind fühlt sich geborgen, geliebt und sicher.
Mit zunehmendem Alter nimmt Ihr Baby jedoch immer mehr von der Welt um sich herum wahr und tritt in eine neue Entwicklungsphase ein. Dann kann es passieren, dass es zu weinen beginnt, wenn die Mutter den Raum verlässt oder sich nur kurz entfernt. Auch gegenüber Menschen, die es vorher freundlich angenommen hat, kann es vorsichtiger werden. Es kann schüchtern, unsicher oder weinerlich reagieren.
Trennungsangst zeigt sich meist in zwei besonders typischen Phasen: zuerst ungefähr im Alter von 6 bis 8 Monaten, später noch einmal rund um den 18. Lebensmonat.
Welches Verhalten können Sie beobachten, und wie können Sie Ihr Kind in dieser emotional herausfordernden, aber völlig natürlichen Entwicklungsphase liebevoll unterstützen?
Die zwei wichtigsten Phasen der Trennungsangst und der richtige Umgang damit
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Im Alter von 6 bis 8 Monaten beginnt Ihr Baby zu verstehen, dass seine Mutter nicht immer direkt neben ihm ist. In dieser Zeit sind Verständnis, Geduld und Aufmerksamkeit besonders wichtig. Wenn es möglich ist, geben Sie Ihrem Baby die Nähe, die es gerade braucht.
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Mit etwa 1,5 Jahren kann Ihr Kind die Trennungsangst etwas intensiver erleben. Es läuft bereits, entdeckt die Welt und erschrickt manchmal darüber, dass es auch ohne die ständige Nähe der Mutter eine eigene Selbstständigkeit entwickelt. Mit Geduld helfen Sie Ihrem Kind, sich an diese neue Erfahrung zu gewöhnen. Lassen Sie es sich entfernen und die Umgebung erkunden, bleiben Sie aber gleichzeitig die sichere Basis, zu der es jederzeit zurückkehren kann.
So unterstützen Sie Ihr Baby mit 6 bis 8 Monaten während der Trennungsangst
Diese Phase kann vorübergehend für Ihr Baby und auch für Sie als Eltern herausfordernder sein. Oft erwarten wir gerade dann etwas mehr Selbstständigkeit von einem 6 bis 8 Monate alten Baby, wenn die Trennungsangst beginnt. Ihr Kind erkennt allmählich, dass Mama eine eigene Person ist, die sich manchmal von ihm entfernen kann. Diese Erkenntnis kann Unsicherheit auslösen. Deshalb sind viel Geduld, Verständnis und liebevolle Zuwendung jetzt besonders wertvoll.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, schenken Sie Ihrem Baby im Alltag viel Nähe. Sprechen Sie häufig mit ihm, denn Ihre Stimme wirkt beruhigend und unterstützt gleichzeitig seine sprachliche Entwicklung. Achten Sie auf seine Signale. Wenn es Körpernähe braucht, nehmen Sie es auf den Arm oder trösten Sie es. Hilfreich kann auch eine sichere Spielecke in dem Raum sein, in dem Sie sich am meisten aufhalten.
Auch mit Familienmitgliedern und vertrauten Personen lohnt es sich, über diese Entwicklungsphase zu sprechen. Wenn sie verstehen, dass Ihr Baby in ungewohnten Situationen zurückhaltender reagieren kann, können sie sich leichter darauf einstellen.
Trennungsangst mit etwa 1,5 Jahren

Diese Phase ist oft stärker ausgeprägt als zuvor. Ihr Kind kann bereits selbstständig laufen und die Welt entdecken. Gleichzeitig wird ihm immer bewusster, dass Mama eine eigene Person ist und nicht immer direkt bei ihm sein kann. Deshalb kann es erneut stärker nach Nähe, Umarmungen und beruhigender Präsenz suchen. Auch vorübergehende Schlafprobleme können auftreten.
In dieser Zeit ist es wichtig, geduldig zu bleiben und Ihrem Kind die Möglichkeit zu geben, seine innere Sicherheit wieder aufzufüllen, wenn es sich an Sie kuscheln möchte. Ein Spielplatz oder eine andere sichere Umgebung eignet sich gut, damit Ihr Kind Schritt für Schritt Selbstständigkeit üben kann. Gleichzeitig weiss es, dass es jederzeit zu Ihnen zurückkehren darf, wenn es Bestätigung braucht.
Wenn Sie weggehen müssen, erklären Sie Ihrem Kind immer, wohin Sie gehen und wann Sie zurückkommen, und halten Sie Ihr Versprechen ein. Schleichen Sie sich nicht unbemerkt davon, denn das kann zusätzliche Unsicherheit auslösen. Wenn Sie an einem neuen Ort ankommen, geben Sie Ihrem Kind Zeit, die Umgebung und die Menschen in seinem eigenen Tempo kennenzulernen. So kann es sich sicherer fühlen und sich leichter auf neue Situationen einstellen.
Auch für Eltern ist diese Zeit eine Herausforderung
Trennungsangst kann nicht nur für das Kind, sondern auch für Eltern belastend sein. Es ist völlig normal, wenn eine Mutter zwischendurch etwas Ruhe oder Zeit für sich selbst braucht. Wenn das Baby besonders anhänglich ist, mehr Aufmerksamkeit benötigt und die Abwesenheit der Mutter schwerer erträgt, kann das emotional und körperlich sehr anstrengend sein.
Es kann viel helfen, wenn Sie Unterstützung von Familienmitgliedern oder nahestehenden Personen annehmen. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, wie lange Ihr Kind ohne Mama ruhig bleiben kann und welchen Personen es bereits vertraut. Die Trennung sollte immer zum Alter und zur Reife des Kindes passen. Eine zu lange Abwesenheit oder eine für das Kind fremde Person kann unnötigen Stress und Unsicherheit verursachen. Schrittweise Gewöhnung und ein stabiles Gefühl von Sicherheit können diese Phase deutlich erleichtern.

Was Sie während der Trennungsangst besser vermeiden sollten
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Lassen Sie Ihr Kind nicht über längere Zeit allein weinen. Gerade jetzt braucht es Ihre beruhigende Nähe und das Gefühl von Sicherheit besonders
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Vermeiden Sie nach Möglichkeit längere Trennungen in dieser sensiblen Phase. Ihre Nähe hilft Ihrem Kind, die Welt als stabil und verlässlich zu erleben
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Wenn eine Trennung unvermeidbar ist, gewöhnen Sie Ihr Kind möglichst behutsam und schrittweise daran
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Erklären Sie Familienmitgliedern, dass Ihr Kind gerade Trennungsangst erlebt und deshalb sensibler auf neue oder selten gesehene Menschen reagieren kann
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Erzwingen Sie keinen Körperkontakt mit einer Person, die Ihr Kind nicht gut kennt oder vor der es sichtbar zurückschreckt. Lassen Sie Ihr Kind in seinem eigenen Tempo auf andere Menschen zugehen
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Nehmen Sie seine Signale ernst und geben Sie ihm die Möglichkeit, bei Bedarf zu Ihnen zurückzukehren und sich zu beruhigen
Wann Trennungsangst möglicherweise nicht mehr altersgemäss ist

Es ist sinnvoll, fachlichen Rat einzuholen, wenn die folgenden Anzeichen länger bestehen, sehr stark ausgeprägt sind oder den Alltag Ihres Kindes deutlich erschweren:
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Ihr Kind kann sich im Alter von 2 bis 3 Jahren auch für kurze Zeit nicht von den Eltern trennen und erlebt die Trennung mit starker Angst.
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Körperliche Beschwerden, zum Beispiel Bauchschmerzen, Übelkeit oder Kopfschmerzen, treten auch dann auf, wenn Ihr Kind bei einer Person bleibt, die es gut kennt und mag.
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Ihr Kind traut sich selbst zu Hause nicht, allein zu bleiben, zum Beispiel hat es Angst davor, in sein Zimmer zu gehen.
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Es hat besonders grosse Angst davor, allein zu schlafen, und diese Angst hält über längere Zeit an.
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Es zieht sich von Gleichaltrigen zurück, nimmt keinen Kontakt auf oder frühere Freundschaften brechen ab.
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Es wehrt sich regelmässig gegen den Gang in die Kita oder Schule, und dies wird zu einem anhaltenden Problem.
Trennungsangststörung: Wenn es nicht mehr nur eine Entwicklungsphase ist
Kindliche Angst kann in verschiedenen Formen auftreten. Dazu gehören soziale Ängste, Ängste vor bestimmten Situationen oder Gegenständen sowie eine Trennungsangststörung. Diese kann im Kindergartenalter und im frühen Schulalter vorkommen. Das Kind erlebt die Trennung von einem Elternteil dann als sehr belastend, klammert stark und Abschiede gehen häufig mit Weinen oder intensivem Widerstand einher.
Wichtig ist, zwischen Trennungsangst als natürlichem Teil der Entwicklung und einer Trennungsangststörung zu unterscheiden. Während Angst im Alter von 6 bis 8 Monaten oder rund um den 18. Lebensmonat als altersentsprechend gelten kann, bleiben die Ängste bei einer Störung in einem Alter bestehen, in dem sie normalerweise nicht mehr typisch wären. In diesem Fall können die Reaktionen des Kindes stärker sein und die Trennung kann auch für die Familie zu einer grossen emotionalen Belastung werden.
Wenn Sie beobachten, dass die Angst Ihres Kindes dauerhaft besteht oder den Alltag deutlich erschwert, ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Häufige Fragen zu typischen Alltagssituationen

Kann es vorkommen, dass sich ein Kind während der Trennungsangst stärker an einen Elternteil bindet?
Ja, häufig fühlt sich ein Kind vorübergehend vor allem in der Nähe eines Elternteils besonders sicher. Das ist meist altersentsprechend und lässt mit der Zeit schrittweise nach.
Kann ein Umzug oder eine grössere Veränderung in der Familie die Trennungsangst beeinflussen?
Ja. Ein neues Zuhause, die Geburt eines Geschwisterchens oder der Start in Kita oder Kindergarten können das Unsicherheitsgefühl eines Kindes vorübergehend verstärken. In solchen Phasen ist es normal, dass es die Nähe seiner Eltern stärker sucht.
Kann ein Lieblingskuscheltier oder ein vertrauter Schlafbegleiter in schwierigen Phasen helfen?
Für viele Kinder ja. Eine vertraute Babydecke, ein Kuscheltier oder ein anderer geliebter Gegenstand kann Sicherheit geben, besonders beim Einschlafen oder während kurzer Trennungen.
Warum ist Trennungsangst abends oft stärker?
Tagsüber lenken Spiel, Bewegung und Eindrücke Ihr Kind ab. Am Abend wird die Umgebung ruhiger. Dann kann die Sorge stärker in den Vordergrund treten, dass ein Elternteil nicht direkt in der Nähe ist. Deshalb können Kuschelbedürfnis, Weinen oder Einschlafschwierigkeiten häufiger auftreten.
Kann es die Situation verschlechtern, wenn wir unser Kind zu schnell zur Selbstständigkeit erziehen möchten?
Ja. Selbstständigkeit gelingt am besten, wenn sich ein Kind sicher fühlt. Eine schrittweise, dem Alter angepasste Entwicklung der Selbstständigkeit ist für Kinder meist viel leichter anzunehmen als plötzliche Veränderungen.
Gedanken von LiaaBébé
Auch wenn Trennungsangst ein natürlicher Entwicklungsschritt ist, werden für Ihr Kind in dieser Zeit vertraute Gegenstände und Routinen besonders wichtig. Eine Lieblings-Babydecke, ein Schlafbegleiter oder ein bequemer Kinderschlafanzug können dazu beitragen, dass sich Ihr Kind sicherer fühlt. Deshalb fertigt LiaaBébé weiche, besonders flexible Babykleidung aus Bambusviskose und Schlafsäcke, die kleine Kinder während der Ruhezeiten sanft umhüllen und das Anziehen entspannter machen können.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
Kindergesundheit-Info (BZgA) – „Der Beginn des Fremdelns“
MSD Manuals (DE) – „Trennungsängste und Fremdeln“