Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby Schluckauf hat?
Ein sehr häufiges Phänomen verunsichert viele Eltern: der regelmäßige Schluckauf ihres Babys. Oft entsteht die Sorge, dass die Häufigkeit, die sich von der Erwachsener unterscheidet, ein Problem sein könnte. Das ist verständlich, denn in der Entwicklung eines Kindes erscheint jedes Detail wichtig. Was können Sie tun, wenn Ihr Baby oft Schluckauf hat?
Schon ab der 10. Schwangerschaftswoche kann bei Babys im Mutterleib Schluckauf auftreten. Zu Beginn spüren Sie das noch nicht, später in der Schwangerschaft lassen sich die kleinen, rhythmischen Bewegungen im Bauch jedoch oft wahrnehmen. Die Kontraktionen des Zwerchfells sind manchmal sogar als sanftes Zucken am Bauch zu sehen.
Im ersten Lebensjahr beobachtet man Schluckauf häufiger als später. Manche Babys haben ihn mehrmals täglich. Für Eltern fühlt sich das ungewohnt an, denn bei größeren Kindern und Erwachsenen tritt Schluckauf meist seltener auf. Schauen wir uns an, wodurch Schluckauf entsteht, ob er Anlass zur Sorge ist und was Sie tun können, wenn Sie die Häufigkeit behutsam reduzieren möchten. Wir sprechen auch darüber, was Sie besser vermeiden.
Was ist Schluckauf?
Schluckauf ist ein natürlicher, körperlicher Vorgang. Stellen Sie sich das Zwerchfell vor, das unablässig nach unten und oben schwingt. Verändert sich diese Bewegung plötzlich und kommt es zu rhythmischen Kontraktionen, entsteht Schluckauf. Er ist eine unwillkürliche Muskelreaktion.
Das typische Geräusch entsteht, weil die Luft durch die plötzliche Bewegung nach oben in Richtung Stimmbänder gedrückt wird. Die Stimmbänder nähern sich an und schließen sich kurz. Luft wird durch die geschlossenen Stimmbänder gepresst und erzeugt das bekannte „Hicks“.
Babys fühlen sich dadurch in der Regel nicht gestört. Sie können dabei ruhig schauen, entspannen oder dösen.
Warum hat mein Baby Schluckauf?

Schluckauf ist bei allen Menschen natürlich. Er hängt unter anderem damit zusammen, wie stark das Zwerchfell beansprucht wird. Nach dem Essen ist der Bauch Ihres Babys gefüllt. Dreht es sich dann im Bett, strampelt oder „turnt“, üben diese Bewegungen Druck auf das Zwerchfell aus und können Schluckauf auslösen. Häufig beginnt er, wenn der kleine Magen plötzlich mit Nahrung oder Luft gefüllt wird. Darum ist ein ruhiges, langsameres Trinken oft hilfreich.
Schluckauf kann gelegentlich auch mit Stimmung und Erregung zusammenhängen, etwa bei Aufregung oder Freude.
Trinkt Ihr Baby sehr gierig oder erhält es die Nahrung aus der Flasche, kann es dabei Luft schlucken. Die Größe der Öffnung des Saugers beeinflusst, wie schnell Ihr Kind trinkt und wie viel Luft dabei in den Bauch gelangt. Das gedehnte Magengefühl kann Schluckauf starten. Schluckauf ist ein natürlicher Prozess, bestimmte Situationen können ihn jedoch begünstigen.
Ihr Baby hat „zu oft“ Schluckauf?
Wie oft ein Baby Schluckauf hat, ist in der Regel gesundheitlich nicht bedeutsam. Meist stört es das Kind nicht. Sollte es einmal unangenehm werden, beginnt das Baby zu weinen, und der Schluckauf hört meist rasch auf. Eltern beunruhigt vor allem die Frage, warum der Schluckauf vergleichsweise häufig auftritt. Der Körper eines Babys funktioniert nicht immer wie der eines Erwachsenen.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?
Wenn zusätzlich andere Beschwerden auftreten, zum Beispiel Anzeichen von Reflux. Wenn Ihr Baby sichtbar Bauchschmerzen hat oder hustet, lassen Sie dies abklären, denn in diesen Situationen kann neben dem Schluckauf auch Reflux vorliegen. Suchen Sie ebenfalls ärztlichen Rat, wenn der Schluckauf sehr lange anhält.
Woran könnten Sie bei Reflux zusätzlich denken?
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Trotz Bäuerchen kommt es regelmäßig zum Spucken, die Farbe kann grünlich-gelblich oder leicht rosafarben sein
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Unruhe, schlechter Schlaf, Essensverweigerung durch Reizung der Speiseröhre
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Häufiges Überstrecken von Nacken und Rücken
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Geringe Gewichtszunahme
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Reizung der Atemwege mit häufigeren Infekten im oberen Atemtrakt
Wie lässt sich häufiger Schluckauf vorbeugen?

Schluckauf ist unproblematisch und nicht immer vermeidbar. Wenn er häufig auftritt und Sie ihn auf natürliche Weise reduzieren möchten, hilft es, das Trinken zu verlangsamen und Luftschlucken zu verringern. Heben Sie Ihr Baby beim Stillen oder Füttern zwischendurch kurz hoch, legen Sie es sanft auf Ihre Schulter und lassen Sie es Bäuerchen machen. So kann Luft entweichen, der Bauch entspannt sich. Streicheln Sie dabei sanft den Rücken, das fördert die Entspannung. Beim Stillen können Sie das Bäuerchen auch beim Wechsel zwischen den Seiten einplanen.
Mit der passenden Stilltechnik schluckt Ihr Baby weniger Luft. Wenn das Anlegen Schwierigkeiten macht, kann eine Stillberatung beim korrekten Anlegen unterstützen.

Woran erkennen Sie ein korrekt angelegtes Baby?
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Es umfasst nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Warzenhofs
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Die Lippen sind nach außen gestülpt
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Nasenspitze und Kinn berühren die Brust
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Stillen verursacht der Mutter keine Schmerzen
Während des Trinkens gelangen Luft und Nahrung schichtweise in den Magen. Damit Luft entweichen kann, ist neben der aufrechten Position auch das kurzzeitige Liegen sinnvoll. Positionswechsel erleichtern das Entweichen der Luft. Wenn Sie Ihr Baby in liegender Position sanft wiegen, entspannt das die Muskulatur und den Magen.
Bei der Fläschchennahrung kann es helfen, Ihr Baby beim Füttern etwas aufrechter zu halten, wenn es häufig Schluckauf hat. Hält der Schluckauf länger an, nehmen Sie Ihr Baby hoch, beruhigen oder stillen Sie es. Versuchen Sie, ein Bäuerchen zu fördern. Verzichten Sie auf gängige „Tricks“ wie einen Tropfen Zitronensaft oder das Zuhalten der Nase. Solche Reize sind unnötig und können für ein kleines Baby unangenehm oder sogar riskant sein.
Der Schluckauf von Babys ist ein normales Phänomen und kann mit dem Trinkverhalten zusammenhängen. Mit einigen einfachen Maßnahmen, vor allem durch regelmäßiges Bäuerchen, lässt sich die Häufigkeit oft verringern, falls Sie sie als störend empfinden. In anderen Fällen ist Schluckauf unproblematisch. Treten zusätzlich andere Symptome auf, wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.
Der Schluckauf Ihres Babys ist ein natürliches Phänomen, er kann mit dem Essen zusammenhängen, deshalb lässt sich sein Auftreten vor allem durch regelmäßiges Bäuerchen oft verringern, wenn Sie die Häufigkeit als störend empfinden. In allen anderen Fällen verursacht er keine Probleme. Wenn Sie jedoch zusätzlich zum Schluckauf weitere Symptome bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
Kinderärzte im Netz (DE) – „Schluckauf im ersten Lebensjahr meist unbedenklich“
mhplus Krankenkasse – „Schluckauf beim Neugeborenen: Ursachen & Tipps“