Entwickelt sich die Motorik meines Babys altersgerecht?
Das ist eine der häufigsten Fragen, die Eltern beschäftigt, wenn sie sehen, wie schnell sich ihr Baby entwickelt. Die Bewegungen verändern sich oft so rasant, dass man ehrlich gesagt nicht auf jede neue Fähigkeit oder jede ungewohnte Haltung vorbereitet sein kann.
In diesem Artikel schauen wir gemeinsam darauf, welche allgemein anerkannten Entwicklungsphasen es gibt. Außerdem nennen wir einige Situationen, die auf ein Problem hinweisen können, und erklären, warum es so wichtig ist, freie Bewegung zu ermöglichen, ohne dabei den liebevollen Körperkontakt und die Kommunikation zu vernachlässigen.
Die motorische Entwicklung verläuft individuell
Warum entstehen rund um die Bewegungen eines Babys so schnell Sorgen? Oft liegt es daran, dass die einzelnen Schritte in Zeitfenster eingeteilt werden. Eltern beobachten dann sehr genau, ob ihr Kind „rechtzeitig“ ist, ob es irgendwo „hängt“ oder andere Dinge länger macht als erwartet.
Ein weiterer Grund kann fehlende Orientierung sein. Wo Informationen fehlen, entsteht Unsicherheit, besonders wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht.
Sorgen sind völlig normal. Und es ist eine gute Idee, Bewegungen, die Ihnen ungewöhnlich vorkommen, bei der kinderärztlichen Vorsorge anzusprechen. Wenn Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt etwas Auffälliges sieht, werden Sie gezielt weitergeleitet, zum Beispiel in die Kinderphysiotherapie, Kinderneurologie oder Orthopädie.
Auch wenn es sogenannte „Normbereiche“ gibt, sind Abweichungen möglich. Bei der Motorik zählt nicht nur, wann ein neues Bewegungsmuster auftaucht, sondern auch, wie oft es im Alltag vorkommt und wie es ausgeführt wird. Die Beurteilung der Qualität gehört in fachkundige Hände. Wenn Sie den Eindruck haben, dass etwas deutlich von der üblichen Entwicklung abweicht, sollte das ärztlich abgeklärt werden.
Welche Schritte macht die Motorik Monat für Monat?
Im 1. Monat dreht Ihr Baby in Bauchlage den Kopf zur Seite. Im 2. Monat wird diese Bewegung kräftiger, manchmal kann es den Kopf schon kurz anheben und halten. Mit den Beinen strampelt es noch eher asymmetrisch.
Mit 3 Monaten kann Ihr Baby in Bauchlage auf den Unterarmen stützen, hebt Kopf und Brust an und hält sich so. In Rückenlage zeigen sich ebenfalls Fortschritte: Die Arme bewegen sich eher symmetrisch, die Beine strampeln häufig noch asymmetrisch. Manchmal streckt Ihr Baby die Hände nach Spielzeug aus, trifft es aber eher, als dass es es sicher greift.
Mit 4 Monaten hält Ihr Baby den Kopf in Bauchlage stabil, stützt sich auf Handflächen oder Fäusten ab und schaut sich um. Es kann Gegenstände greifen, die Sie ihm anbieten, und von einer Hand in die andere geben. Bis 5 Monate greift es oft schon selbst nach Spielzeug, hält es fest und kann sich sowohl vom Bauch auf den Rücken als auch vom Rücken auf den Bauch drehen.
Im 6. Monat wird die Bauchlage besonders wichtig. Ihr Baby dreht sich in dieser Position um die eigene Achse, stützt sich mit der ganzen Hand ab, und oft beginnt hier auch der erste Versuch zu robben. Mit 7 Monaten robbt es meist schon sicher und schiebt sich manchmal in den Vierfüßlerstand.

Mit 8 Monaten probiert Ihr Baby oft erste Krabbelbewegungen aus, um an ein Lieblingsspielzeug zu kommen, das routinierte Robben bleibt aber häufig noch. Aus dem Vierfüßlerstand setzt es sich hin.
Im 9. Monat werden viele Babys schneller und krabbeln zügig. Außerdem ziehen sie sich gelegentlich hoch. Mit 10 Monaten stehen sie oft mit Festhalten und bleiben kurz stehen. Mit 11 Monaten bewegen sie sich seitlich, während sie sich festhalten. Mit 12 Monaten kann Ihr Baby oft für kurze Momente frei stehen und geht in die Hocke.
Die ersten freien Schritte beginnen häufig irgendwann im 13. Monat, ab dem 14. Monat wird daraus bei vielen Kindern zunehmend selbstständiges Laufen.
Welche individuellen Einflussfaktoren spielen eine Rolle?
Eltern mit zwei oder mehr Kindern erleben es besonders deutlich: Jedes Kind hat sein eigenes Temperament. Interessen und damit auch die Motivation, sich zu bewegen, sind verschieden. Manche Babys sind mutig, andere vorsichtig, manche bleiben lange dran, andere wechseln schneller das Ziel.
Auch Körperbau und Muskulatur unterscheiden sich. Ein Baby kann von Natur aus wendiger sein oder eher gemütlich, mit festerem oder lockerem Muskeltonus.
Ebenso wichtig ist die Frage, wo Ihr Baby einen großen Teil des Tages verbringt. Wird es häufig getragen, liegt es oft im Kinderwagen oder im Autositz, oder hat es viel Zeit auf dem Boden oder im Bettchen? Auch die Festigkeit der Unterlage spielt eine Rolle.
Ist Ihr Baby zu oft auf dem Arm?
Eine gesunde seelische Entwicklung hat eine wichtige Basis: die frühe Bindung zwischen Baby und Eltern. Babys haben angeborene körperliche und emotionale Bedürfnisse, die sich durch tägliche Interaktionen erfüllen. Dazu gehören Kommunikation, Versorgung, Fürsorge und Körperkontakt.
Der passende Weg liegt meist in der Balance. Ihr Baby bekommt die Nähe, die es braucht, und gleichzeitig ausreichend Möglichkeiten zur freien Bewegung, zum Beispiel im Bettchen oder auf dem Boden. So können sich Motorik, Muskulatur und Nervensystem gut entwickeln.
Häufige Auffälligkeiten, die Eltern beobachten können
Es ist nicht leicht, Bewegungsauffälligkeiten sicher zu erkennen. Trotzdem kann es helfen, darüber zu lesen, damit Sie im Alltag eher daran denken und rechtzeitig Unterstützung holen, falls nötig.
Bis zum 5. Monat:
-
Ihr Baby kann nach der Geburt nicht ausreichend trinken.
-
Beim Hochnehmen wirkt es, als würde es den Kopf halten, obwohl es dazu eigentlich noch nicht in der Lage ist, stattdessen ist die Muskulatur sehr angespannt.
-
Ihr Baby hebt den Kopf nicht an.
-
Es kann den Kopf nur zu einer Seite drehen.
-
Es nutzt die Hände nicht zum Abstützen oder stützt sehr breit ab.
-
Es dreht sich nur über eine Seite.
Ab dem 6. Monat:
-
Ihr Baby robbt nicht.
-
Es robbt nicht im typischen Wechselmuster (ein Muster außerhalb davon ist nicht automatisch ein Problem).
-
Das Krabbeln wird ausgelassen.
-
Auffälligkeiten wie nach innen kippende Knöchel, krallende Zehen, Zehenspitzenstand oder dauerhaftes Belasten nur eines Beins, wenn sich das über die Zeit nicht verändert.
So unterstützen Sie freie Bewegung

Freie Bewegung bedeutet: Ihr Baby nimmt eine Position selbstständig ein und kann sie ohne Hindernisse ausführen. Die motorische Entwicklung folgt dabei einem inneren Programm.
Geben Sie Ihrem Baby Raum zum Bewegen. Wie viel Zeit verbringt Ihr Kind täglich in Situationen, in denen es eingeschränkt ist? Denken Sie an Stillen, Tragen, Angeschnalltsein im Kinderwagen oder im Autositz. Bekommt es genug Möglichkeiten, sich eigenständig zu bewegen?
Die Unterlage sollte nicht zu weich sein. Sonst kann Ihr Baby sich schlechter abstützen und den festen Boden unter sich nicht gut wahrnehmen. Da Babys durch Erfahrung lernen, kann eine zu weiche Unterlage ein ungünstiges Feedback geben: Bewegungen fühlen sich weniger wirksam an. Später auf festem Boden können diese neuen Körpererfahrungen dann eher frustrierend sein.
Auch Kleidung kann eine Rolle spielen. Wenn sie am Körper spannt, startet Ihr Baby viele Bewegungen, bricht sie aber ab, weil es an Grenzen stößt. Beim Einkauf denkt man oft nicht daran, wie viele optisch schöne Teile im Alltag die Bewegungen ungewollt einschränken.
Die LiaaBébé Schlafoverall & Strampler und Hosen mit Füßchen sind körpernah geschnitten und durch ihr sehr elastisches Material aus Bambusfasern so gestaltet, dass Ihr Baby möglichst viel Bewegungsfreiheit hat. Das ist nicht nur beim Robben und Krabbeln wichtig, sondern kann auch das Anziehen erleichtern.

Hängen Sie Spielzeuge eher sparsam über Ihr Baby. Das kann den Blick und den Bewegungsraum unnötig einengen. Auch Spielmatten können ähnlich wirken, und hängende Spielzeuge sind oft schwer so zu erreichen, dass Ihr Baby sie wirklich zu sich heranziehen kann. Hilfreich ist es, einige interessante, farbige Babyspielzeuge in Reichweite um Ihr Baby herum zu platzieren.
Wählen Sie außerdem Positionen, die Ihr Baby selbst einnehmen kann. In diesen Haltungen kann es sich frei und ohne Einschränkung bewegen. Wenn Sie Ihr Baby in eine Position bringen, in die es allein noch nicht kommt, kann das seine eigenen Handlungsmöglichkeiten begrenzen.
Da die Entwicklung Ihres Babys bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig mitbeobachtet wird, fallen Abweichungen meist früh auf und lassen sich häufig mit gezielter Förderung, Übungen oder Massage gut unterstützen.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) – kindergesundheit-info.de - Vom Strampeln auf dem Weg zum Laufen
Kinderärzte im Netz (BVKJ) – Entwicklungskalender