Baba a kiságyba kapaszkodva feláll

Wie entwickelt sich Ihr Baby zwischen 9 und 12 Monaten?

Es ist wirklich erstaunlich, in welchem Tempo sich ein Baby entwickelt. Aus einem Neugeborenen, das anfangs fast völlig auf Hilfe angewiesen ist, wird bis zum ersten Geburtstag oft ein aktives, neugieriges und tatkräftiges Kind.

Nach dem neunten Monat beginnt eine Phase, in der die Grundfunktionen von Hören und Sehen bereits gut ausgereift sind. Während Ihr Baby Erlebnisse verarbeitet, lernt es gleichzeitig, kommuniziert immer mehr, und auch die motorische Entwicklung wird feiner.

 

Ihr Baby beginnt, sich für Bücher zu interessieren

Ihr Baby kann Formen auf Papier erkennen und sie mit Dingen verbinden, die es im Raum schon gesehen hat. Das räumliche Sehen verfeinert sich deutlich. Es nimmt wahr, wie Gegenstände zueinander stehen, erkennt Tiefe, Höhe und Abstand, und passt seine Bewegungen daran an. Es spürt immer besser, wie weit es nach etwas greifen muss.

Baby schaut mit Mama und Papa ein Bilderbuch an

Damit Ihr Baby Raum und Entfernung gut einschätzen kann, ist es hilfreich, auch draußen Zeit zu verbringen. Beim Spaziergang kann Ihr Baby im Kinderwagen bereits nach vorne schauen und die Umgebung beobachten. Nehmen Sie es auch auf den Arm, gehen Sie gemeinsam, zeigen Sie ihm Dinge, Fahrzeuge und Formen.

Draußen sind Lichtverhältnisse anders als in der Wohnung. Drinnen wirkt Beleuchtung oft gleichmäßiger, draußen entdeckt Ihr Baby Schatten und Licht, die Formen unterschiedlich erscheinen lassen. Auch der Wechsel von hell und dunkel hält die Pupille aktiv.

 

Das Hören Ihres Babys wird noch feiner

Ihr Baby erkennt Geräusche im Raum und dreht sich in die Richtung, aus der sie kommen. Nach und nach nimmt es auch Geräusche wahr, die von hinten kommen. Viele Babys lieben weiterhin laute Geräusche und das Erzeugen von Tönen.

Gemeinsames Singen und kleine Reime sind eine Beschäftigung, die im Alltag sehr wertvoll ist. Melodien, Rhythmus, Wörter, Reime und Klatschen fördern nicht nur das Hören, sondern auch Sprechfreude, Rhythmusgefühl, musikalisches Gehör und soziale Fähigkeiten. Kommunikation ist dabei ständig präsent, als Zusammenarbeit und als kleiner Dialog.

 

Ihr Baby kann immer mehr Bewegungen ausführen

Mit 9 Monaten wippt Ihr Baby oft im Vierfüßlerstand und beginnt zu krabbeln, meist immer schneller, auch wenn das Robben noch eine Zeit lang bleibt. Diese Bewegungsform gefällt vielen, weil sie damit zügig vorankommen. Ihr Baby erkundet die Wohnung, setzt sich zwischendurch auf und hält sich stabil, zieht sich zum Stand hoch und setzt sich wieder hin. Manchmal kniet es, wenn es so etwas besser erreichen kann.

Mit 10 Monaten krabbelt Ihr Baby häufig schon sehr sicher und steht gern, wenn es sich festhalten kann. Mit 11 Monaten beginnt es in dieser Position zu treten, daraus entsteht das seitliche Gehen entlang von Möbeln. Anfangs verlagert es das Gewicht auf ein Bein und hebt das andere an, so entwickelt sich der erste Schritt. Um den 12. Monat herum hält sich Ihr Baby oft mit einer Hand fest und beugt sich mit der anderen nach einem Spielzeug. Manche Babys stehen auch ohne Festhalten kurz auf und plumpsen dann wieder hin.

Jedes Baby entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, das gilt besonders für Bewegung. Einzelne Phasen sollten nicht gedrängt werden, und nicht immer ist es günstig, wenn Sitzen oder Gehen sehr früh entstehen. Das Tempo hängt von Körperbau, Veranlagung und Interesse ab. Manche Babys gehen Schritt für Schritt voran, andere überraschen mit größeren Sprüngen. Manche sind vorsichtig, andere sehr mutig. Häufig stehen Babys um den 9. Monat zum ersten Mal allein mit Festhalten, aber auch das kann variieren.

Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihr Baby deutlich zurückliegt, kann eine Untersuchung bei einer Fachperson für Bewegung und Entwicklung hilfreich sein. Falls nötig, lässt sich eine Verzögerung mit gezielten Übungen früh begleiten. Beginnen Sie bitte nicht, Ihr Baby anhand von Videos zu trainieren, eine Einschätzung gehört in fachkundige Hände.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Wenn Ihr Baby

  • mit 9 Monaten nicht robbt und nicht sitzen kann,

  • mit 10 Monaten nicht in den Vierfüßlerstand kommt und dadurch nicht krabbelt,

  • mit 11 Monaten nicht stabil selbstständig sitzt und sich nicht hochzieht,

  • mit 12 Monaten nicht mit Festhalten entlangläuft.

Wenn Sie die Feinmotorik in dieser Phase beobachten, sehen Sie meist: Ihr Baby greift bewusst nach Dingen und nutzt beide Hände geschickt. Dafür war zuvor wichtig, dass Sehen und Bewegung gut zusammenspielen. Es kann Gegenstände in beide Hände nehmen und sie gegeneinander schlagen, winzige Fussel vom Boden aufpicken, klatschen und winken.

 

Ihr Baby hat angeborene körperliche und emotionale Bedürfnisse

Mama sitzt mit ihrem Baby auf dem Schoß und sie „unterhalten“ sich

Bindung zu den Eltern ist ein angeborenes Bedürfnis. Sie motiviert Ihr Baby, im ersten Lebensjahr eine körperlich und emotional enge, stabile Beziehung aufzubauen. Bindung entsteht als Prozess, durch Versorgung, Baby-Eltern-Kommunikation und körperlichen Kontakt.

Anfangs sucht Ihr Baby über Lächeln Kontakt, später immer mehr über Stimme und Verhalten. Ab etwa 9 Monaten zeigen sich Bindungszeichen deutlicher. Ihr Baby sucht Nähe zur vertrauten Person, klammert sich an, streckt die Arme aus. Eltern können helfen, Spannung zu lösen und Sicherheit zu geben. Das Bindungsmuster aus der Babyzeit wirkt im weiteren Leben mit, zum Beispiel auf Empathie und Emotionsregulation.

Wichtig ist, dass Sie für Ihr Baby körperlich und emotional erreichbar sind. Dazu gehört auch, sensibel zu erkennen, was es gerade braucht, und eine passende Antwort zu finden. Diese Fähigkeit wird als Sensitivität bezeichnet.

 

Ihr Baby versteht Bitten und zeigt eigene Wünsche

Ihr Baby signalisiert vieles über Mimik und Hände. Gleichzeitig nutzt es zunehmend Laute, die sich langsam von Silben und Silbenverbindungen in erste Wörter entwickeln. Häufig sind das sogenannte Proto-Wörter, sie haben in der Sprache noch keine klare Bedeutung, werden aber in bestimmten Situationen immer wieder verwendet.

Ihr Baby versteht einfache Fragen und reagiert mit Blickkontakt oder Zeigen. Zeit miteinander ist dabei besonders wertvoll. Sie können im Alltag viel sprechen, singen und Reime machen, zum Beispiel beim Baden oder Wickeln.

 

Trennungsangst zeigt sich

Die erste Welle kann bereits zwischen dem 6. und 8. Monat auftreten. Oft werden Anzeichen besonders zwischen dem 8. und 9. Monat sichtbar. Auslöser ist häufig die Phase, in der Ihr Baby selbstständiger wird und sich auch körperlich mehr von der Mama entfernt.

Mama hält ihr Baby im Arm, das gerade Trennungsangst zeigt

Ihr Baby erkennt, dass es nicht dieselbe Person ist wie die Mama. Dieser neue Blick kann verunsichern, weil es fürchtet, die Mama könnte verschwinden. Es weint, wenn Mama den Raum verlässt, und reagiert bei fremden Menschen manchmal ebenfalls mit Tränen. Das ist ein natürlicher Schritt der sozialen Entwicklung. Ihr Baby wird anhänglicher und findet Beruhigung und Sicherheit besonders im Arm der Mama.

Hilfreich ist es, diese Phase als natürlichen Abschnitt der Persönlichkeitsentwicklung zu betrachten. Geben Sie Ihrem Baby besonders viel Sicherheit. Wenn es nicht nötig ist, lassen Sie es in dieser Zeit besser nicht zum ersten Mal allein bei anderen. Erlauben Sie ihm, Ihnen zu folgen, und lassen Sie sich von seiner Nähe nicht verunsichern. Für viele ist diese Zeit anstrengend, doch wenn wir die Bedeutung des Ablösens verstehen, können wir die Reaktionen unseres Babys besser einordnen und es sanft begleiten.

Wenn Sie noch mehr über die Entwicklung Ihres Babys lesen möchten, schauen Sie gern in unseren früheren Artikel.

 

Verfasst von Mónika Veres


Quellen:

kindergesundheit-info.de -
U6-Untersuchung – 10. bis 12. Lebensmonat

kindergesundheit-info.de (BIÖG) - Kindliche Ängste

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