Wie entwickelt sich Ihr Baby mit 6 Monaten?
Viele Eltern spüren, dass mit dem sechsten Monat eine neue Phase beginnt. Vor allem, weil gemeinsame Kommunikation und gemeinsames Spielen jetzt so lebendig werden. Ihr Baby kann sich viel stärker mit seiner Umgebung verbinden und möchte sich Erwachsenen ganz bewusst verständlich machen. Es wartet auf Ihre Reaktion, denn „Gespräche“ werden für Ihr Baby zu einem echten Bedürfnis, in das es Sie aktiv einbeziehen möchte.
Ihr Baby ist inzwischen länger wach, und der Schlaf hat sich wahrscheinlich etwas stabilisiert. Gleichzeitig kann die Zahnungszeit beginnen, was zeitweise herausfordernd sein kann. Auch der Start der Beikost bringt neue Erfahrungen. Viele Babys sind dabei sehr neugierig und probieren gern verschiedene Gemüsebreie.
Die Bewegungen wirken schon so routiniert, dass Sie Ihr Baby aktiver im Blick behalten müssen, weil es seinen Platz schnell verändert. Umso wichtiger ist eine Umgebung, die wirklich sicher ist. Alles Kleine am Boden fällt sofort auf, und oft wandert es in den Mund. Steckdosen, Zimmerpflanzen und kleine Gegenstände sollten deshalb gut gesichert sein. Wenn Ihr Zuhause babyfreundlich gestaltet ist, können Sie Ihr Baby jeden Tag ein Stück ruhiger entdecken lassen.
Mit 6 Monaten beobachtet Ihr Baby Details und Tiefe
Ihr Baby sieht seine Umgebung inzwischen klarer, nimmt Bewegungen und kleine Details wahr. Es tastet kleine Öffnungen an Gegenständen, steckt den Finger hinein und untersucht Spielzeug auch gern mit dem Mund. Spannend wird es, wenn Ihr Baby merkt, dass in ein Schälchen ein anderes Spielzeug hineinpasst.
Ihr Baby erkennt Gegenstände, nimmt Abstand und Tiefe wahr, und dadurch wird in der Wohnung immer mehr interessant. Damit Ihr Baby sich frei fühlen kann, legen Sie ungefährliche Dinge in Reichweite, sodass die Neugier geweckt wird und es sie selbst erreichen kann. Seien Sie dennoch vorsichtig, denn Tiefe wird noch nicht immer zuverlässig eingeschätzt. Ein Sturz vom Bett kann schnell passieren. In dieser Zeit ist es oft am besten, wenn Ihr Baby am Boden unterwegs ist und dort niedrige Dinge bekommt, zum Beispiel ein kleines Kissen oder geeignete Baby Gegenstände, mit denen es Tiefe besser erleben kann.
Ihr Baby sucht die Quelle von Geräuschen
Ihr Baby dreht sich zu Dingen oder Menschen, die seitlich zu hören sind. Nach hinten orientiert es sich noch weniger, weil das Gleichgewicht dafür noch nicht ausreichend entwickelt ist. Ihr Baby sucht Geräusche nicht nur, es macht auch selbst gern welche. Es schlägt begeistert Dinge aneinander, um zu hören, wie sie klingen.
Sprechen Sie viel mit Ihrem Baby. Es achtet schon sehr auf Sie und erkennt oft sogar den eigenen Namen im Gesprochenen. Es versteht zunehmend, wann es „dran“ ist, und wann es warten soll. Gleichzeitig versucht es, die Laute der Erwachsenen nachzuahmen.
Wann kann es beim Hören ein Problem geben?
Wenn Ihr Baby im „Gespräch“ nicht abwartet und häufig hineinruft, kann das ein Hinweis sein, dass es nicht gut hört, wann es an der Reihe wäre. Auch eine chronische Mittelohrentzündung kann zu anhaltenden oder wiederkehrenden Hörproblemen führen.
Lallen ist der Beginn von Kommunikation
Das frühere Gurren wird zunehmend vom Lallen abgelöst. Dabei entstehen für Erwachsene besser erkennbare Laute und Lautverbindungen. Ihr Baby versucht bewusst, die Laute der Muttersprache zu bilden und setzt sie zu Silben zusammen, zum Beispiel „papapa“ oder „tetete“. Oft begrüßt es seine Eltern auf diese Weise. Dazu strahlt es, strampelt vor Freude und wirkt sehr lebendig.
Doch nicht immer ist Ihr Baby nur fröhlich. Auch negative Gefühle zeigt es klarer. Umso wichtiger ist es, in allen Situationen mit Ihrem Baby zu kommunizieren. So spürt es, dass Sie zuhören und dass zwischen Ihnen Gegenseitigkeit entsteht. Das gibt Sicherheit, auch dann, wenn Ihr Baby gerade unzufrieden ist oder sich Unterstützung wünscht.
Die motorische Entwicklung schreitet schnell voran
Wenn Ihr Baby auf dem Rücken liegt, bewegt es Arme und Beine meist gleichmäßig, die Beine sind leicht angewinkelt. Es steuert Arme, Beine und Finger immer bewusster, und die Bewegungen werden feiner. Greift es nach einem Spielzeug und erreicht es, kann es dieses häufig problemlos in die andere Hand wechseln. So hält es manchmal sogar zwei Dinge gleichzeitig. Und weil Geräusche so spannend sind, schlägt es Spielzeug gern aneinander.
Die Bauchlage gelingt nun sehr routiniert. Rücken, Schultern und Arme sind kräftiger geworden. Ihr Baby stützt sich mit beiden Händen auf und hebt den Oberkörper hoch, besonders dann, wenn es mit einer Hand nach einem Spielzeug greifen möchte. Es kann sich in beide Richtungen drehen, vom Bauch auf den Rücken und vom Rücken auf den Bauch.
Mit etwa 6 Monaten hält Ihr Baby den Kopf schon sehr stabil. Es lohnt sich, darauf zu achten, denn die Kopfkontrolle kann Hinweise auf Entwicklung und Nervensystem geben. Um diesen Zeitpunkt wird sie meist deutlich „sicherer“, während andere Bewegungsphasen wie Drehen, Robben oder späteres Krabbeln in sehr unterschiedlichem Tempo kommen können.
Beikost fördert außerdem neue Bewegungen im Mundbereich. Ihr Baby lernt zu beißen, zu kauen, den Löffel zu akzeptieren und aus einem Becher zu trinken. Mit der Zunge transportiert es die Nahrung zunehmend geschickter, und es landet oft weniger im Gesicht oder auf der Kleidung. Viele Babys greifen auch gern nach kleinen, weichen Stückchen und führen sie selbst zum Mund. So entsteht Schritt für Schritt mehr Selbstständigkeit.
Rund um 6 Monate ist es wichtig, dass Robben und später Krabbeln nicht ausbleiben und dass Bewegungsphasen in einer passenden Reihenfolge stattfinden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht gut klappt, zum Beispiel weil Ihr Baby Bauchlage stark meidet, kann eine Fachperson für Baby Bewegung und Entwicklung nach einer Untersuchung gezielte Übungen empfehlen. So lassen sich mögliche Schwierigkeiten früh begleiten. Suchen Sie bitte nicht einfach Trainingsvideos im Internet, Übungen sollten individuell angepasst werden.
Ihr Baby wird sozial immer aktiver

Mit 6 Monaten versteht Ihr Baby schon deutlich mehr von dem, was Eltern sagen. Es beobachtet Sie, kommuniziert, lächelt Sie an und „spricht“ Sie an. Gemeinsames Spielen genießt es sehr, und mit Lauten zeigt es seine Freude.
Der Vater spielt eine wichtige Rolle in der emotionalen Entwicklung. Warum das so ist, lesen Sie in unserem früheren Artikel. Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Baby, und dass auch der Papa mit ihm spielt ist ebenso wertvoll, weil Eltern oft auf unterschiedliche Weise mit ihrem Kind interagieren.
Überlegen Sie Spiele, die die Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand fördern. Wenn Sie Ihrem Baby zum Beispiel ein Spielzeug abnehmen und „bitte“ sagen, es danach zurückgeben und „danke“ oder „hier bitte“ sagen, versteht es mit der Zeit: Es kann etwas hergeben, ohne es zu verlieren, weil es gleich wieder zurückkommt.
Ihr Baby lernt mit Freude
Mit dem Start der Beikost sammelt Ihr Baby neue Erfahrungen mit unbekannten Geschmäckern und mit dem Essen selbst. Es lernt, beim Füttern mitzuwirken. Es beobachtet den Löffel, öffnet den Mund und zeigt Interesse an der Nahrung.
Auch das Baden ist oft schon vertrauter. Ihr Baby erkennt Abläufe wieder und wartet darauf, viele genießen diese Routine und bleiben dabei meist ruhig.

Das Verständnis von Objektpermanenz entwickelt sich weiter. Das Kuckuck Spiel ist ein besonders beliebtes Versteckspiel, das Ihrem Baby hilft zu lernen: Dinge existieren auch dann weiter, wenn sie gerade nicht zu sehen sind. Geben Sie Ihrem Baby auch ungefährliche Gegenstände, die Sie zu Hause gezielt auswählen, nicht nur Spielzeug aus dem Geschäft.
Ihr Baby darf aktiv an der Pflege beteiligt sein

So entsteht Selbstständigkeit. Unter Aufsicht können Sie Ihrem Baby weiche, feste Lebensmittel anbieten, zum Beispiel kleine Stückchen gut gekochtes Gemüse, die es mit den Fingern greifen und selbst zum Mund führen kann. Ihr Baby erkennt Essen, Wickeln und Baden immer klarer als wiederkehrende Situationen und wartet oft schon darauf.
Beim Anziehen arbeitet es häufig mit, zum Beispiel indem es die Beine anhebt. Eine der schönsten Seiten dieser Phase ist, wie sehr Ihr Baby sich der Umgebung zuwendet und wie lebendig gemeinsame Gespräche werden, verbal und nonverbal.
Verfasst von Mónika Veres
Quellen:
kindergesundheit-info.de - U5-Untersuchung – 6. bis 7. Lebensmonat
Gesund ins Leben - Reif für die Beikost