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Wie entwickelt sich Ihr Baby mit 4 Monaten?

Jetzt sind Sie im 4. Monat angekommen. Vielleicht hat Ihr Baby sein Geburtsgewicht inzwischen schon verdoppelt, und ab hier wird die Gewichtszunahme meist etwas langsamer. Kein Wunder, denn Ihr Baby ist ständig in Bewegung.

Was treibt es dabei an? Vor allem Neugier, Interesse und Aufmerksamkeit, aber auch zufällige Bewegungen, die plötzlich „gelingen“, kleine Erkenntnisse und Erfolgserlebnisse. Das macht Ihrem Baby große Freude. Im Alltag ist es fast ununterbrochen am Entdecken, Ausprobieren, Lernen und Üben. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie genügend Raum für die motorische Entwicklung lassen. Nicht nur die vorhandene Fläche zählt, sondern auch das, was Ihr Baby in neuen Bereichen sehen, hören und wahrnehmen kann.

 

Ihr Baby beginnt, Gesichter zu erkennen

Baby schaut seiner Mutter aufmerksam ins Gesicht

Ab dem 4. Monat kann Ihr Baby die Konturen und Details von Gesichtern nach und nach besser unterscheiden. Seine Sehleistung liegt bereits bei etwa 30 Prozent. Das ist eine besonders wichtige Phase, denn jetzt entwickelt sich das räumliche Sehen durch das feine Zusammenspiel beider Augen und des Gehirns. Dieser Prozess läuft Schritt für Schritt ab. Die Augen können sich bereits seit einiger Zeit, ungefähr seit dem 3. Monat, parallel bewegen.

Warum sind augenärztliche Kontrollen bei Babys wichtig?

Oft unterschätzt man, wie entscheidend die Sehqualität ist, genauer gesagt, wie scharf das Bild ist, das Ihr Baby sieht. Gerade in diesem Alter ist das besonders wichtig. Wenn zum Beispiel aufgrund einer Auffälligkeit das Bild aus einem Auge verschwommen ist, kann es passieren, dass das Gehirn dieses Bild nicht „verwendet“. Das ist kritisch, denn wenn es so bleibt, kann das betroffene Auge später möglicherweise kein scharfes Bild mehr liefern. Dann lässt sich das nicht einfach mit einer Brille korrigieren. Man nennt das Amblyopie. Ein Risiko besteht häufig bis etwa zum 5. bis 7. Lebensjahr. Darum sind Vorsorge und Screening Untersuchungen sinnvoll, damit mögliche Probleme früh erkannt und behandelt werden können.

Und wie ist es mit Bildschirmzeit?

Wenn der Fernseher läuft und Ihr Baby die bewegten Bilder sieht, ist das ein sehr starker visueller Reiz. Viele Babys können den Blick kaum davon lösen. Rein vom Sehen her bedeutet das: Ihr Baby fokussiert mit den Augen auf einen kleinen Bereich und verfolgt schnelle Bewegungen. Für eine gesunde Entwicklung wäre es jedoch wichtig, langsamere Bewegungen zu erleben und den Blick zwischen Nähe und Ferne zu wechseln, also die Augen vielfältig zu „trainieren“. Damit sich das Sehen gut entwickeln kann, sollte Fernsehen für Babys nicht möglich sein. Am besten steht im Schlafzimmer Ihres Babys kein Gerät. Es kann auch frustrierend sein, wenn Ihr Baby den Fernseher nur hört, ihn aber nicht sehen kann.

 

Das Hören entwickelt sich schnell durch Erfahrungen

Ihr Baby durchläuft jetzt eine echte Qualitätsentwicklung beim Hören. Es bekommt ständig akustische Reize und lernt dabei, Geräuschquellen zu unterscheiden, bekannte Klänge zu erkennen und Unbekanntes einzuordnen. Es erkennt die Stimmen der Eltern und reagiert oft, indem es sich in Richtung der Stimme bewegt.

Singen Sie Ihrem Baby vor. Viele Babys lieben Melodien, sie werden ruhiger, und sie übernehmen Rhythmen später sogar in ihre eigenen Laute. Sprechen Sie im Alltag viel mit Ihrem Baby. Das motiviert es in der Kommunikation, gibt ihm Rückmeldung und hilft ihm, Geräusche zuzuordnen. Die Stimme von Mama und Papa ist durch nichts zu ersetzen. Darum ist es oft wertvoller, selbst zu singen, als eine Aufnahme abzuspielen, auch wenn Sie sich nicht als besonders musikalisch einschätzen.

Wann kann beim Hören etwas auffallen?

Zum Beispiel, wenn das Weinen immer gleich klingt und sich nicht verändert, oder wenn das Gurren ausbleibt. Auch wenn Laute zwar da sind, aber ohne Variation, ohne „Melodie“ und ohne neue Klangideen, lohnt sich ein genauer Blick.

 

Wie entwickelt sich die Bewegung mit 4 Monaten?

Die zuvor stark gebeugte Haltung von Armen und Beinen lässt allmählich nach. Ihr Baby kann die Beinchen leicht anwinkeln, nach außen drehen und anziehen. Dadurch merkt es immer mehr: Es kann seine Körperlage selbst verändern. Häufig dreht es sich zuerst vom Rücken auf die Seite, dabei holt es oft mit dem Kopf Schwung. Die Arme bewegt es immer koordinierter, oft auf beiden Seiten gleichzeitig. Die Hände finden zur Mitte und wandern gern in den Mund. Die Bewegungen der Gliedmaßen werden insgesamt geordneter.

Baby in einem mintfarbenen Babyschlafsack mit Reißverschluss

Wenn Ihr Baby regelmäßig Zeit in Bauchlage hatte, mag es diese Position jetzt wahrscheinlich deutlich mehr. Es hält den Kopf angehoben stabiler, und gegen Ende des Monats wird der breite Stütz der Arme oft schmaler und „schulterbreit“.

 

Freier Bewegungsraum ist wichtig für eine gute Entwicklung

Ihr Baby sollte um sich herum genügend Platz spüren und nicht immer nur an derselben Stelle liegen. Oft begrenzen wir den Raum aus Sorge, dass etwas passieren könnte. Doch Bewegung entsteht vor allem aus Aufmerksamkeit und Interesse. Wenn Ihr Baby sicher entdecken darf, werden Bewegungen häufig stabiler und schneller.

Baby liegt auf dem Boden und entdeckt seine Umgebung

Lassen Sie Ihr Baby möglichst frei bewegen und greifen Sie vor allem dann ein, wenn eine echte Unfallgefahr entsteht oder wenn Ihr Baby klar signalisiert, dass es Hilfe braucht. Wenn kleine Schwierigkeiten auftauchen, darf Ihr Baby vieles selbst lösen. Genau daraus entstehen oft große Erfolgserlebnisse.

 

Direkte Bewegungen stärken die Kommunikation

Ihr Baby handelt in vielen Dingen bereits bewusster. Es streckt zum Beispiel die Hände gezielt nach den Eltern aus. Mit der Stimme signalisiert es viel, es gurrt und wird dabei abwechslungsreicher und „melodischer“. Wichtig ist, dass Sie auf seine Zeichen reagieren. Das ist eine positive Bestätigung. Ihr Baby spürt, dass Kommunikation mit Ihnen funktioniert.

Wie können Sie antworten?

Sie können sprechen, lächeln, streicheln oder Ihr Baby auf den Arm nehmen. Viele Eltern nutzen dabei automatisch Babysprache, also eine langsamere, stärker betonte, liebevolle Sprache mit vielen Gesten. Auch das ist völlig in Ordnung. Sogar Ihre Reaktion auf Hunger, zum Beispiel Stillen, ist Kommunikation. Und auch Nicht Reagieren wirkt, für Ihr Baby kann es eher belastend sein.

Baby in einem langärmeligen Bambus-Body und spielt mit einem Holzspielzeug

 

Ihr Baby wird zur echten Zwei Personen Beziehung fähig

Spannend ist, dass an dieser Verbindung beide aktiv mitwirken. Ihr Baby und Sie tun bewusst etwas dafür, dass Kontakt entsteht und bleibt. Auch wenn Spielzeug, Raum und die neue Bewegungsfreiheit viel Aufmerksamkeit ziehen, bleibt die Beziehung zu den Eltern zentral.

Stärken Sie den „Blickkontakt von Angesicht zu Angesicht“ durch Spiel, sanftes Wiegen, Singen, Kitzeln und Lächeln.

 

Denken, Lernen und Verstehen im 4. Monat

Baby lächelt strahlend und reagiert auf Erwachsene

Für Ihr Baby ist es eine wunderbare Zeit, weil es entdeckt, dass es Wirkung hat. Es kann Aufmerksamkeit mit der Stimme gewinnen und Geräusche mit Gegenständen erzeugen.

Was bedeutet das Kuckuck Spiel?

Damit versteht Ihr Baby nach und nach Objektpermanenz. Es lernt, dass Dinge und Menschen weiter existieren, auch wenn es sie gerade nicht sieht. Sie können das spielerisch üben, indem Sie Gegenstände kurz verstecken und wieder hervorholen. Sie können auch Ihr Gesicht kurz verdecken oder sich hinter etwas verbergen. Später wird Ihr Baby selbst gern hinter einem Vorhang verschwinden und lachend wieder auftauchen.

Ihr Baby beginnt außerdem, Ursache und Wirkung besser zu begreifen. Es benutzt Dinge auf unterschiedliche Weise, schüttelt eine Rassel oder stößt ein Stehaufmännchen an. Sie müssen Ihr Baby nicht „direkt unterrichten“. Es hat einen starken inneren Entdeckungsdrang. Lassen Sie es mitentscheiden, wohin es sich wenden möchte und was es greifen will.

Verbinden Sie Klang und Bewegung. Singen Sie, während Sie Ihr Baby sanft wiegen. So entstehen gemeinsame Aufmerksamkeitsmomente, in denen Ihr Baby Sprache und Bewegung zusammen erlebt.

Die Entwicklung ist sehr individuell. Manche Babys interessieren sich besonders für Bewegung, andere stärker für Kommunikation. Wenn wichtige Entwicklungsschritte deutlich ausbleiben, holen Sie sich bitte Rat bei einer Fachperson.

 

Verfasst von Mónika Veres

 

Quellen:

BIÖG – kindergesundheit-info.de -
U4-Untersuchung – 3. bis 4. Lebensmonat

BIÖG – kindergesundheit-info.de: Wie Babys und Kleinkinder Fernsehen und Co. erleben

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