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Wie entwickelt sich Ihr Baby von der Geburt bis zum Alter von 2 Monaten?

Wenn Sie die ersten zwei Monate mit Ihrem Baby besser verstehen möchten, lohnt es sich, schon in der Schwangerschaft darüber zu lesen. Wenn Ihr Baby dann da ist, erinnern Sie sich leichter an die wichtigsten Punkte. Denn die Entwicklung geht in dieser Zeit unglaublich schnell, kaum haben Sie sich daran gewöhnt, wirkt es schon wieder wie ein ganz neues Baby.

Entwicklung bedeutet dabei nicht nur Wachstum und körperliche Veränderungen. Auch die Sinne und viele Fähigkeiten verändern sich in rasantem Tempo. Manche Bereiche, wie Sehen oder Hören, sind von außen nicht immer eindeutig zu erkennen. Umso hilfreicher ist es, sich ein Bild davon zu machen, wo Ihr Baby gerade steht. Sehen, Hören, Bewegung, Sozialverhalten, Kommunikation und Lernen entwickeln sich vom ersten Moment an, und genau deshalb ist diese Phase so spannend.

 

Wie sieht Ihr Baby bis zum zweiten Monat?

Vater schaut sein Baby aus der Nähe an und sucht Blickkontakt

Im Bauch bekommt Ihr Baby nur wenige visuelle Reize. Ein wenig Licht dringt durch die Bauchdecke, trotzdem ist die Umgebung sehr gedämpft. Nach der Geburt ist das Sehsystem noch unreif. Am Anfang nimmt Ihr Baby vor allem Dinge wahr, die starke Kontraste haben. Auch Licht zieht den Blick an, ebenso Bewegungen, zum Beispiel ein Vorhang oder Gegenstände, die sich im Raum verändern. Ihr Baby schaut gern in Gesichter, beobachtet Mimik, ein Lächeln, Augen.

Wichtig ist, dass Ihr Baby solche Reize bekommt. Dafür hilft ein sanftes Licht im Raum und ein paar wenige Spielsachen mit klaren, kontrastreichen Mustern. Zu viele Spielsachen auf einmal sind nicht ideal, weil es dann schwerer wird, Konturen, Kanten und Muster wirklich zu entdecken.

Mit der Zeit folgt Ihr Baby Bewegungen immer interessierter mit den Augen. Das Sehen ist noch unscharf, denn Fokussieren gelingt noch nicht zuverlässig, und auch die Zusammenarbeit beider Augen ist anfangs nicht perfekt koordiniert. Deshalb kann es vorkommen, dass die Augen zeitweise nicht in dieselbe Richtung schauen. Damit sich das verbessert, braucht es Reifung im Nervensystem. In etwa 30 Zentimetern Entfernung sieht Ihr Baby am besten, das entspricht ungefähr dem Abstand zum Gesicht der Mama beim Stillen.

Sehen hängt eng mit Bewegungskoordination, Gleichgewicht und räumlicher Orientierung zusammen. Eine gute Sehentwicklung ist daher nicht nur für das Wahrnehmen, sondern auch für die motorische Entwicklung bedeutsam.

 

Ihr Baby hört Geräusche schon im letzten Schwangerschaftsdrittel

Mutter hält ihr Baby im Arm und singt ihm leise vor

Vielleicht haben Sie in der Schwangerschaft erlebt, dass Ihr Baby bei lauten Geräuschen oder plötzlichen Klängen reagiert und sich bewegt. Das ist besonders in den letzten Monaten häufig. Umso berührender ist es, wenn ein Neugeborenes die Stimme der Mutter wiedererkennt, denn es hat sie schon im Bauch oft gehört.

Direkt nach der Geburt wird das Gehör in der Regel untersucht, und auch später lohnt es sich, im Alltag darauf zu achten, wie Ihr Baby auf Geräusche reagiert.

Nach der Geburt ist das Hören Ihres Babys bereits fast so ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Unerwartete, starke Geräusche können es erschrecken. Gleichmäßig wiederkehrende, monotone Klänge und Melodien wirken dagegen häufig beruhigend und können sogar beim Einschlafen helfen. Deshalb ist es wunderbar, von Anfang an mit Ihrem Baby zu sprechen, zu singen oder ihm vorzulesen.

Mit der Zeit lernt Ihr Baby, welche Geräusche unbedenklich sind und welche besonders beachtet werden. Es ist bezaubernd zu beobachten, wie es zum ersten Mal bewusst versucht, Laute zu erzeugen, und richtig Freude daran hat.

Man hört manchmal den Satz, man solle ruhig laut sprechen, wenn Besuch da ist, dann gewöhne sich das Baby an Geräusche und wache nicht auf. Das ist jedoch nicht nötig und kann den Schlaf stören. Es muss kein perfekter Stillstand herrschen, aber genauso wie wir Erwachsene von Geräuschen oder Gesprächen neben uns wach werden können, wird auch der Schlaf Ihres Babys unnötig unterbrochen.

 

Ihr Baby ist wenig wach, beobachtet aber viel und bewegt sich

Dafür sollte die unmittelbare Umgebung Ihres Babys angenehm und passend anregend sein. Die Arme und Beine sind anfangs noch häufig gebeugt, Ihr Baby kann sie aber bereits strecken. In Bauchlage dreht es den Kopf mithilfe der Rückenmuskulatur zur Seite. Stabilität fühlt sich noch unsicher an, das ist völlig normal. Deshalb ist es wichtig, Ihr Baby langsam hochzuheben, gut zu stützen und auch beim Baden dafür zu sorgen, dass es sich sicher fühlt.

Baby saugt am Daumen und beruhigt sich dabei

Anfangs reagiert Ihr Baby auf Reize noch mit dem ganzen Körper. Nach und nach werden Bewegungen klarer unterscheidbar. Viele Babys saugen an Hand oder Faust, oft noch eher zufällig. Durch den Greifreflex, bei dem sich die Finger schließen, wenn die Handfläche Druck spürt, kann Ihr Baby leichte Dinge kurz halten, noch ohne bewusste Absicht. Gegen Ende der ersten zwei Monate öffnet es die Finger öfter. Beim Stillen legt es die Hände manchmal auf die Brust der Mutter.

Zwei Sinnesbereiche sind schon vor der Geburt gut entwickelt: die Wahrnehmung über Haut und Körper sowie der Gleichgewichtssinn. Reize über diese Kanäle beruhigen Ihr Baby und unterstützen die Reifung des Nervensystems. Darum sind Streicheln, Wiegen und Umarmen so grundlegend wichtig.

 

Kommunikation findet anfangs vor allem über Weinen statt

Ihr Baby lernt seine neue Umgebung kennen. Dafür braucht es Ruhe und Sicherheit, um sich an die Welt außerhalb des Bauches anzupassen. Es schläft viel, weil es schnell ermüdet. Wenn es wach ist, beobachtet es zunehmend Gesichter, Mimik und Nähe sehr aufmerksam.

Über das Weinen bleibt es im Kontakt, und diese Ausdrucksform wird im zweiten Monat Schritt für Schritt differenzierter. Ihr Baby „kommuniziert“ auf verschiedene Arten. Es probiert auch Laute aus. Wenn Sie darauf reagieren, geben Sie Rückmeldung und stärken seine Signale. So entsteht bereits ein kleiner, liebevoller Dialog.

Hier kann Babysprache helfen: mit Blickkontakt, ruhiger Stimme, klarer Betonung und warmem Ton. So lässt sich die Aufmerksamkeit Ihres Babys oft leichter halten.

Baby in einem langärmeligen Bambus-Body und spielt mit einem Holzspielzeug

Die soziale Entwicklung beginnt

Am Anfang ist es nicht immer leicht zu erkennen, warum Ihr Baby weint. Das ist völlig normal. Entscheidend ist, dass Ihr Baby auf seine Signale eine Reaktion bekommt. Mit der Zeit entwickelt es unterschiedliche Weinsignale, zum Beispiel für Hunger, Unwohlsein, eine volle Windel oder das Bedürfnis nach Nähe, und erhält dadurch passender Unterstützung.

Gegen Ende des zweiten Monats erscheint oft das erste soziale Lächeln. Ihr Baby merkt, dass ein Lächeln Freude auslöst und Nähe verlängern kann. Und diesmal schenkt es dieses Lächeln nicht nur zufällig, sondern immer bewusster.

Für eine gesunde Entwicklung ist Bindung zur Bezugsperson grundlegend. Wenn Eltern zuverlässig auf Bedürfnisse reagieren, wird Ihr Baby oft ruhiger und ausgeglichener. Gleichzeitig hat Ihr Baby auch ein Bedürfnis nach Spannungsabbau. Wenn Weinen sofort unterdrückt wird, ohne Raum zu lassen, dass Anspannung sich lösen darf, kann das für das Baby belastend sein. Feinfühlige Begleitung bedeutet auch, beim Abbau von Anspannung unterstützend da zu sein.

 

Was lernt Ihr Baby bis zum zweiten Monat?

Vor allem lernt es, was als Nächstes passiert. Diese Sicherheit entsteht durch Beständigkeit und Vorhersagbarkeit, also durch den Alltag und seine Abläufe. Geräusche, Bilder und kleine Hinweise rund um Pflege und Routine zeigen Ihrem Baby, was folgt. Es merkt zum Beispiel, wenn die Badezeit vorbereitet wird oder wenn ein Windelwechsel kommt, weil es bestimmte Geräusche wiedererkennt.

Ihr Baby beginnt auch, Ereignisse voneinander zu unterscheiden. Beim Stillen ist es oft wacher und lässt sich weniger leicht wegdämmern als in anderen Momenten.

Baby in einem langärmeligen Bambus-Body und spielt mit einem Holzspielzeug

Die ersten zwei Monate sind insgesamt eine Zeit des Ankommens. Ihr Baby passt sich an viele neue Reize an, und mit empathischer, verständnisvoller Begleitung gelingt das meist erstaunlich schnell.

Wenn Sie die Entwicklung Ihres Babys Monat für Monat weiterlesen möchten, empfehlen wir Ihnen auch unseren früheren Artikel.

 

Verfasst von Mónika Veres

 

Quellen:

kindergesundheit-info.de: Das Sehvermögen des Säuglings

kindergesundheit-info.de: Hörvermögen des Säuglings

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